Ein Schlag ins Wasser

Schon einmal, 1888/89, überwachte Deutschlands Marine im Namen der Freiheit die ostafrikanische Küste

Jetzt sind sie unterwegs, die Fregatten Emden und Köln, der Versorger Freiburg und einige weitere Schiffe der deutschen Marine, mit Kurs auf das Horn von Afrika. Dort, vor der Küste Somalias, sollen sie den großen Verbündeten in seinem Kampf gegen den Terrorismus unterstützen und Al-Qaida & Co die Verbindungswege abschneiden. Was indes nur die wenigsten wissen: Vor über hundert Jahren beteiligte sich Deutschlands Marine schon einmal an einer ähnlichen Aktion. Fast ein Jahr lang, von Dezember 1888 bis Oktober 1889, blockierten Kriegsschiffe des Kaiserreichs die ostafrikanische Küste.

Offiziell richtete sich die Aktion damals gegen die Ausfuhr von Sklaven nach Arabien und die Einfuhr von Waffen und Munition für die zumeist arabischen Sklavenhändler. Tatsächlich aber sollte der Einsatz der Marine die deutsche Kolonialherrschaft über Ostafrika (genauer gesagt: das Gebiet des heutigen Tansania) sichern, die durch einen Aufstand der Küstenbevölkerung bedroht war.

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Diese Rebellion, in Deutschland als "Araber-Aufstand" bezeichnet, zielte auf die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft (DOAG), der mit der Verleihung eines Kaiserlichen Schutzbriefes am 27. Februar 1885 das Recht auf die Verwaltung großer Gebiete im Inneren Ostafrikas übertragen worden war. Um ihrem Territorium einen ungehinderten Zugang zum Meer zu verschaffen, hatte die Gesellschaft den Sultan der Insel Sansibar im April 1888 zur Verpachtung eines zehn Meilen breiten Streifens entlang der heutigen tansanischen Küste gezwungen, die zu seinem Herrschaftsgebiet gehörte. Vier Monate später, im August, waren DOAG-Agenten in allen größeren Hafenstädten gelandet, um die Verwaltung von den Beamten des Sultans zu übernehmen. Zur Unterstützung der Übernahme hatte die Admiralität ein Kreuzergeschwader von Singapur nach Ostafrika beordert.

Soziale Spannungen innerhalb der Küstenbevölkerung und das ungeschickte, teilweise brutale Vorgehen der deutschen Beamten führten sehr schnell zum bewaffneten Aufruhr gegen die weißen Machthaber. Bis Ende September 1888 vertrieben die Rebellen die Agenten der Gesellschaft aus den meisten ihrer Stationen

nur Bagamoyo und Daressalam konnten mithilfe der Marine gehalten werden. Für eine Niederschlagung des Aufstandes fehlten der DOAG jedoch die militärischen und finanziellen Mittel. Deshalb bat die Gesellschaft am 28.

September um "wirksame Hilfe des Reiches". Andernfalls drohte sie, über einen Verkauf Ostafrikas nachzudenken.

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