die zeit: Was macht ein OP-Manager?

Werner Kreysch: Er sorgt dafür, dass die Abläufe in den OP-Bereichen der Krankenhäuser richtig koordiniert sind. Zum Teil arbeiten im selben OP nicht nur verschiedene Operateure wie Gynäkologen, Knochenchirurgen, Neuro- oder Kinderchirurgen, sondern auch Anästhesisten und Pfleger. Die Probleme beginnen mit fehlender Planung. Zum Beispiel ist oft der Dienstbeginn von Anästhesisten und Chirurgen nicht abgestimmt. Oder Operationen müssen verschoben werden, weil in letzter Minute festgestellt wird, dass ein Laborwert fehlt. Oder es kommen Notfälle dazwischen. Das bringt den Tagesplan durcheinander. Diese Abläufe müssen harmonisiert werden.

zeit: Wie machen Sie das?

Kreysch: Das geschieht auf zwei Ebenen: Die erste ist die rein sachliche. Wir schauen uns an, wie der Ablauf organisiert ist, wie die Kosten strukturiert sind. Auf der zweiten Ebene geht es um die Sozialkompetenz. So ein OP-Team muss zusammenwirken wie ein Orchester. Viele Probleme sind reine Führungs- und Machtfragen.

zeit: Wie reagiert das Klinikpersonal auf einen OP-Manager?

Kreysch: Meist skeptisch. Da heißt es: Was können die, was wir nicht können?

Und damit haben sie Recht - zumindest was die Fachkompetenz betrifft. Aber wir haben die größere Neutralität und Übersicht. Gute Ausgangsbedingungen haben wir, wenn uns einzelne Arztgruppen selbst anfordern und wir nicht allein vom Verwaltungschef geschickt werden.