Nationaler Ethikrat:

Option A: Der zeitlich befristete Import von pluripotenten humanen embryonalen Stammzellen gilt unter [strengen] Bedingungen als ethisch vertretbar, weil die Gewinnung solcher Stammzellen aus überschüssigen Embryonen für ethisch zulässig gehalten wird. Daher wäre die Gewinnung solcher Stammzellen aus überschüssigen Embryonen auch im Inland vertretbar.

Die Importbedingungen müssen gleichermaßen für die mit staatlicher Unterstützung geförderte Forschung und für die Forschung im privaten Bereich gelten. Eine Beschränkung der importierbaren Stammzellen auf Linien, die vor einem bestimmten Stichtag entstanden sind, halten die Befürworter des Imports nicht für sinnvoll. 9 von 25 Mitgliedern

Option B: Der vorläufige, befristete und an strenge Bedingungen gebundene Import humaner embryonaler Stammzellen wird befürwortet. Alle Bedingungen (identisch mit den Importbedingungen der Option A) gelten gleichermaßen für die mit staatlicher Unterstützung geförderte Forschung und für die Forschung im privaten Bereich. Alle Bedingungen müssen vor dem Import erfüllt sein. 15 von 25 Mitgliedern

Option C: Die vorläufige Ablehnung des Stammzellimports (Moratorium). Der Gesetzgeber muss zum Import ausdrücklich Stellung nehmen, zuvor aber eine Reihe von Punkten klären, die im Folgenden aufgelistet werden. Die Prüfung dieser Punkte sollte bis Ende 2004 abgeschlossen sein.

In diesem Zeitraum sollen

1. die Forschung an adulten oder somatischen Stammzellen und die Prüfung ihres Potenzials zur Bildung unterschiedlich spezialisierter Zelltypen und Gewebe gezielt gefördert werden