Geldsorgen.

Andere Banken, andere Sorgen: Während Wim Duisenberg, Präsident der Europäischen Zentralbank, zu Beginn der Woche strahlend verkünden konnte, dass die Euro-Bargeldeinführung weitestgehend reibungslos verlaufen sei, hat Qadeer Titrat noch einen langen Weg vor sich. Dieser Tage ist er in Kabul eingetroffen, im Gepäck den IWF-Band Bankwesen, Stabilität und Geldpolitik von 1997, dazu Kopien der Bankgesetze von Tadschikistan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien sowie frische Wäsche aus einer Reinigung in Alexandria, US-Bundesstaat Virginia. Dort hatte der ehemalige Bankangestellte nach seiner Flucht vor den Taliban fünf Jahre lang Versicherungen und Teppiche verkauft. Seit Wochenbeginn amtiert er als Zentralbankchef Afghanistans. Er herrscht vorerst über zwei Währungen, aber nur über die Druckerpresse für eine der beiden. Für die Zukunft träumt er von der reibungslosen Einführung einer neuen, einheitlichen Währung. Am besten gleich des Euro.

Schild-Bürgerin.

Der Ausländer an sich ist unberechenbar und klaut gerne. Dachte sich eine Drogeriebesitzerin im sächsischen Pirna und ersann eine Präventivmaßnahme ganz eigener Art. Ein Schild am Eingang ihres Ladens verkündete, "Ausländer" dürften hier nur unter Aufsicht des Personals einkaufen. Das Schild ist, nachdem sich die Sächsische Zeitung der Sache angenommen hatte, inzwischen verschwunden. Die Dumpfheit, aus der es entstand, vermutlich leider nicht.

Ausgezeichnet.

Dr. Theo Sommer, Editor-at-Large der ZEIT, wurde am 10. Januar von Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold überreicht. 1969/70 hatte Sommer für Helmut Schmidt den Planungsstab im Verteidigungsministerium aufgebaut. Seitdem erwarb er sich manche weitere Verdienste um die Bundeswehr: zuletzt als Mitglied der Bundeswehr-Zukunftskommission und als Leiter des Arbeitsstabes, der die Auswirkungen von mit Uran angereicherter Munition im Kosovo-Krieg untersuchte.