Er hat sich persönlich zwar nicht bereichert, soll aber für sein Unternehmen geradestehen: Daniel Bouton, Chairman der französischen Großbank Société Générale, ist ins Visier der Staatsanwälte geraten. Wegen des Verdachts auf Geldwäsche muss sich Bouton zusammen mit zwei weiteren Topbankern des Geldhauses, CEO Philippe Citerne und Privatkundenchef Didier Alix, bald vor Gericht verantworten. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Insgesamt ermittelt die französische Justiz gegen 124 Manager aus verschiedenen Banken. Dabei geht es um illegale Geldtransfers in den Nahen Osten: In Frankreich ausgestellte Schecks wurden in Israel eingelöst

diese Schecks waren jedoch gestohlen, oder das zugrunde liegende Geschäft existierte gar nicht. Den Banken wird vorgeworfen, die zweifelhaften Schecks nicht ausreichend geprüft zu haben.

Jetzt müsse die französische Bankenkommission so schnell wie möglich Richtlinien vorlegen, welche Schecks künftig überhaupt noch angenommen werden dürften, sagt Stéphanie Carson-Parker, Sprecherin von Société Générale in Paris. Die französische Bankenvereinigung FBF hat Notenbankchef Jean-Claude Trichet aufgefordert, das Geldwäsche-Gesetz von 1996 zu überarbeiten.

Schon häufiger hatten Frankreichs Staatsanwälte ein Auge auf die Führungskräfte der heimischen Finanzbranche geworfen. Erst im Juni 2001 ermittelte die Justiz gegen Henri de Castries, den Chef des Versicherungskonzerns Axa, und seinen Vorgänger, Claude Bébéar, wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung. Gegen Kaution blieben beide auf freiem Fuß.