Kochwettbewerb 2002 Ingwer wird gewinnen!

ZEIT-Kochwettbewerb 2002: Greifen Sie nach den Sternen - kochen Sie ein Menü für Wolfram Siebeck

Es war vor zehn Jahren, in den Zeiten des guten alten ZEITmagazins, im April 1992, um ganz genau zu sein: Da habe ich die Leserinnen und Leser der ZEIT zum zweiten Mal zu einem Kochwettbewerb aufgefordert. Motto: Wenn Gäste kommen. Und wieder wurde es, wie beim ersten Mal im Jahr 1981 (Sonntag in deutschen Töpfen), ein Ereignis, das sich nur mit den spektakulären Marathonläufen (in New York, Paris, Berlin ...) vergleichen lässt, bei denen Tausende von trainierten Langstreckenläufern auf ein Zeichen hin losstürmen und um den Ruhm des Sieges rennen. Ein richtiger Event, wie man heute sagen würde.

Gut: Wir hatten nicht Tausende von Einsendungen. Aber immerhin Hunderte, durch die ich mich in wochenlanger Arbeit kämpfte, bevor - nach einem Wettkochen in Hamburg - der Sieger feststand: Andreas Allermann aus Reinbek-Ohe.

Und jetzt soll's wieder losgehen. Heute fällt der Startschuss für den ZEIT-Kochwettbewerb 2002, Ein Menü für Siebeck. Und auch diesmal geht es um den Ruhm, das beste von vielen sehr guten Menüs zu kochen: Ein dreigängiges Menü - Vorspeise, Hauptgericht, Dessert!

Im Jahr 1992 hatte ich meine Auftaktkolumne mit kleinen Dialogszenen angereichert - zwischen Gastgeberin und Gastgeber, zwischen Gastgeberin und Gast, zwischen dem Gast und seiner Gattin. Eine Szene möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Hmmm, das schmeckt aber ... ich meine, was ist das?

Das habe ich in einem alten Kochbuch gefunden: Karpfen in Bier. Was da herausschmeckt, sind die Pfefferkuchen.

Pfefferkuchen? Ich dachte, es wäre Ingwer.

Geh mir bloß weg mit diesem exotischen Kram! Die deutsche Küche hat es nicht nötig, Anleihen im Ausland zu machen.

Also war es doch eine Steckrübensuppe, die wir vorhin gegessen haben?

Nein, das war Topinambur.

Ein Lieblingsgericht Friedrichs des Großen, vermute ich?

Schon möglich. Will noch jemand ein Bier?

Trotzdem (oder deshalb?) hat Andreas Allermann, der Sieger, damals mit Ingwer gekocht, und zwar zum Auftakt ein Ingwer-Lauch-Süppchen mit Riesengarnelen, in dem auch Korianderblättchen schwammen und die verwendeten Gemüse mit dunklem Sesamöl angeschwitzt wurden.

Ganz schön raffiniert, das kleine Süppchen, und ich erwähne es auch deshalb, um die Tonart anzugeben, die diesen Wettbewerb bestimmern soll: Verfeinerung ist Pflicht!

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