Waidmanns Unheil

Die Jagdsaison geht zu Ende. Und wieder hat das Waidwerk nicht nur Tiere zur Strecke gebracht: Drei bis acht Jägersleute werden jedes Jahr erschossen, einige hundert werden durch verirrte Kugeln und Schrothagel verletzt. Auf der Fährte eines erstaunlichen Phänomens

Unter Jägersleuten ist es kein Geheimnis, dass die Pirsch gefährlich sein kann, auch für den Menschen. Wenn diese Woche in Düsseldorf die Messe Jagd & Hund das Ende des Jagdjahres einläutet, sind wieder vier bis fünf Jäger im Feuer geblieben, und um die 800 Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer.

Den letzten, einen Rechtsanwalt und Notar, erwischte es Mitte Januar bei einer Treibjagd in der Nähe von Limburg. Wie es dazu kam, dass einer seiner 20 Jagdfreunde den Hobbyjäger am hellichten Mittag mit einer Kugel niederstreckte, ermittelt nun die Polizei.

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Die menschlichen Verluste lagen auch diesmal im gewohnten Rahmen: Drei bis acht tödliche Jagdunfälle erfassen die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften pro Jahr - die Jagdverbände führen tunlichst keine Statistiken über Ungeschick und Ableben ihrer Mitglieder. Eine relativ geringe Quote, meint Peter Conrad, Jagdexperte und ehemaliger Jagdreferent des Landes Rheinland-Pfalz, im Verhältnis zu anderen Freizeitaktivitäten - wenn man bedenkt, welche gefährlichen Waffen Jäger tragen.

Manchen Nimroden genügt schon der Hochsitz, um sich zu Tode zu bringen. Sie krachen mit einer morschen Sprosse in die Tiefe, rutschen bei feuchtem Wetter von der Leiter. Oder die morsche Kanzel bricht unter ihnen zusammen.

Sind tatsächlich Waffen im Spiel, ist es ein Fall für die deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen, die Gutachten bei Jagdunfällen erstellt. Eine typische Konstellation sind die drei Jäger aus Bad Driburg bei Paderborn, die im Oktober in einem Maisfeld saßen und auf Wildsauen lauerten.

Es wurde dunkel, aber irgendwann sah einer der drei doch noch etwas und schoss. Es war keine Sau, es war sein Freund, der - anders als ausgemacht - durchs Maisfeld auf ihn zugekommen war.

Leser-Kommentare
  1. Viele Fälle landen weder bei den Berufsgenossenschaften noch in der Presse weil aus Angst keine Anzeigen erstattet werden. Die Mafia ähnlichen Strukturen sind zu berüchtigt.
    In die Statistiken fließen auch keine Tötungsdelikte durch Jäger ein. Allein in diesem Jahr sind es bereits 14 Fälle, bei denen Jäger andere Personen umbrachten, meist ihre Ehefrauen oder Nebenbuhler. Dazu kommen noch die Selbstmorde.
    Von einem Hobby zu reden bei dem weniger passiert als bei anderen ist ein Witz. Man sollte besser von einem Hobby reden bei dem mehr vertuscht wird als bei jedem anderen.
    Allein der letzte Satz im Artikel dokumentiert bereits das die Jäger sich an "Nichts" aber auch "Garnichts" halten. Egal was sie ausgemacht haben, sie dürfen "NIE" in ein Feld hineinschießen. Das verbietet die Berufsgenossenschaft ausdrücklich in Informationbroschüren und sogar einer DVD die dummerweise nur über Jäger vertrieben wird.
    Zitat aus ASG Jagd:
    Deshalb: vor Abgabe des Schusses vergewissern, ob ein natür-
    licher Kugelfang - zum Beispiel durch Geländeform vorgegeben
    oder von einem erhöhten Ansitz aus - vorhanden ist.
    Wald oder erhöhter Bewuchs eignet sich nicht als Kugelfang!
    Zitat Ende
    Zur Maisjagd sagt die LSV:
    Zitat:
    Das Schussfeld führt für alle Schützen stets nach aussen. Ins Maisfeld darf unter keinen Umständen geschossen werden.
    Zitat Ende!
    Damit kein Außenstehender erfährt welch ungeheuerliche, illegale Vergehen begangen werden. Alle Infos findet man gut versteckt auf lsv.de

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