Muss man hier eigentlich alles selber machen? Also erstens: Nehmen Sie doch einfach ein Ei in die Faust und drücken Sie - es zerplatzt im Nu. Die legendäre Stabilität der Eier bezieht sich nämlich nur auf Druck, der in Längsrichtung ausgeübt wird!

Zweitens: Versuch mit zwei rohen Eiern (von frei laufenden Hühnern). Das Ei wird zwischen Daumen und Zeigefinger oder zwischen Mittelfinger und Handballen so eingelegt, dass es nur in Längsrichtung gedrückt werden kann. Ergebnis: Kind (10 Jahre) schafft es nicht, das Ei zum Platzen zu bringen. Erwachsener (43) schafft es, muss sich aber anstrengen. Die Eier wurden übrigens anschließend zu Rührei verarbeitet.

Es gibt auch Zahlen dazu. Über die Stabilität von Eiern erzählt Johannes Petersen, hier schon mehrfach zitierter Eierexperte von der Universität Bonn, dass ein Hühnerei, senkrecht zwischen zwei Platten gespannt, im Durchschnitt eine Kraft von 3,7 Kilogramm aushält. Weil das Ei ein Naturprodukt ist, variiert dieser Wert natürlich - und Perlhuhneier halten bis zu 8 Kilo aus.

Und wie viel kann ein Mensch drücken? Bei der Ermittlung dieses Werts half uns Lars Janshen vom Sportwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität in Berlin. Er ließ für die ZEIT einige seiner Studenten (keine Hochleistungssportler!) ein Dynamometer zwischen Daumen und Zeigefinger drücken. Ergebnis: Die männlichen Studenten schafften im Mittel 8,3, die weiblichen 6,3 Kilogramm. Also, das Experiment ist bestätigt: Es geht, aber man muss sich schon anstrengen. Mit der ganzen Hand hat man übrigens ungefähr die zehnfache Kraft. Christoph Drösser

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