Ein neuer Kühlschrank ist teuer, ein geschenktes Altgerät kann aber noch teurer sein. Denn Kühlschränke sind echte Energiefresser. Schon nach fünf Jahren übersteigen bei manchen Geräten die Kosten für den Stromverbrauch den Anschaffungspreis. Immerhin verursachen Kühlen und Gefrieren hierzulande 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Privathaushalte. Das ist der weitaus größte Einzelposten - und der ließe sich einfach reduzieren.

Beispielsweise durch verbesserte Wärmeisolierung der Geräte, aber mehr noch durch eine Optimierung der Elektromotoren, die den Kühlkreislauf in Schwung halten. Schon mit sehr geringem Aufwand könnte man den Stromverbrauch selbst in den modernsten Geräten um weit über zehn Prozent verringern. Etwas Feinjustierung oder der Einbau eines zusätzlichen Gleichrichters für drei Euro würde Wunder wirken. Das ist das überraschende Ergebnis einer sorgfältigen Untersuchung der Technischen Universität München im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Insgesamt summiert die Studie das Sparpotenzial durch den Einsatz verbesserter Elektromotoren in Haushaltsgeräten auf acht Milliarden Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht grob der Leistung eines Kernkraftwerks beziehungsweise der viel diskutierten Energieverschwendung durch Stand-by-Geräte, die in der Regel nicht ausgeschaltet werden.

Damit nicht genug: Weitere 20 Milliarden Kilowattstunden könnten jedes Jahr durch verbesserte Elektromotoren in der deutschen Industrie eingespart werden, schätzt sogar der Herstellerverband solcher Motoren.

Zusammengerechnet, entspricht dies dem Stromverbrauch von fast sieben Millionen Haushalten (à vier Personen) beziehungsweise der gesamten deutschen Stromerzeugung aus regenerativen Energien, also aus Wasser, Wind, Müll, Biomasse und Photovoltaik. Ein stolzer Posten angesichts der Dauerdiskussionen über Treibhauseffekt und Ökosteuer.

Trotzdem war es für die TU München gar nicht so leicht, die Forschungsmittel für ihre Effizienzprüfung der Elektromotoren in Haushaltsgeräten aufzutreiben. "Das meiste von dem, was wir an Verbesserungsmöglichkeiten herausgefunden haben, ist der Industrie ja durchaus bekannt", sagt Ulrich Wagner, der Leiter des Projekts. Wo also hakt es?

Energiesparen ist kein wichtiges Kriterium mehr für die Hersteller. "Wir wären ja happy, wenn wir mehr Energiespargeräte auf den Markt bringen könnten", sagt Heinz Werner Blaß, Geschäftsführer des Verbandes der Elektromotorenhersteller, "aber die Konsumenten sind nicht bereit, die Energiekosten für den Lebenszyklus des Geräts in ihre Kaufentscheidung einzubeziehen." Fast die Hälfte der Gefriergeräte in deutschen Haushalten ist über neun Jahre alt, bei den Kühlschränken ist es mehr als ein Drittel.

Ersetzt werden sie erst, wenn sie endgültig ihren Geist aufgeben. Und dann richtet sich die Kaufentscheidung vor allem nach Preis und Aussehen.