Er wolle die Welt als einen besseren Ort zurücklassen, beschrieb Rupert Murdoch einmal sein Lebensziel. Das mag den beinah manischen Schaffensdrang des 70-Jährigen erklären, der nicht daran denkt, seinen letzten Lebensabschnitt mit seiner Familie in Luxusvillen, Penthäusern und auf Yachten zu genießen. Der Tycoon, gesegnet mit einem Sprössling aus dritter Ehe von seiner jungen Frau Wendy, rastet nicht. Stattdessen strebt er rastlos danach, sein weltumspannendes Imperium aus TV-Sendern, Verlagen und Zeitungen auszubauen.

Doch die saftigen deutschen Weiden, die er nun schon seit Jahren begehrlich umkreist, will man ihm weiter verwehren. Die Vorstellung, ein ruppiger angelsächsischer Tycoon könne sich in der deutschen Idylle festsetzen, jagt seinen Rivalen und auch einigen Politikern ganz offenkundig Schauer über den Rücken. So wurde in der Presse rasch suggeriert, es habe sich eine Art politisch-wirtschaftliche Deutschland AG formiert, der kein Preis zu hoch sei, um Leo Kirchs maroden Konzern vor Rupert Murdochs Klauen zu retten.

Murdoch passe nicht zur deutschen Kultur, sagt der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen. Damit liegt er zumindest nicht falsch. Im deutschen Konsensmilieu wäre der Australier ein Fremdkörper. Mit ihm hätte Helmut Kohl nicht so kungeln können, wie er es mit Leo Kirch gemacht hat. Auch deshalb nicht, weil Murdoch kein Konservativer, sondern ein Freimarktler und Rechtspopulist ist, der nichts mehr verabscheut als das, was vermutlich typisch deutsche Strukturen sind: ein System, in dem Staat und Wirtschaft eng verwoben sind und in dem Interessen intensiv verhandelt werden, bevor es - mit vielen Kompromissen - zu Entscheidungen kommt. Überhaupt ist für Murdoch die gesamte Europäische Union überreguliert. Einer wie er braucht den möglichst ungezügelten Markt. Landesfürsten oder Bundespolitiker hätten große Schwierigkeiten mit einem Magnaten, der ihre Sprache nicht spricht und von New York und London aus regiert.

Die Europäische Währungsunion lehnte er immer ab

Ansonsten haben Europas politische Eliten eigentlich gute Gründe, Murdoch zu umarmen. Der Herrscher des Konzerns News Corporation teilt ihre Vorstellungen von der Zukunft. Murdoch, der sich bereits als junger Mann von Arthur C.

Clarkes Prognose einer satellitenumspannten Welt inspirieren ließ, ist ein Prophet der Globalisierung. Fortschritt und technische Modernisierung sind für ihn synonym. Unverblümt definierte er einst Globalisierung als Amerikanisierung der Welt - segensreich für die Menschheit wie für sein eigenes Medienreich.

Murdoch tat alles in seiner Kraft Stehende, um die Vision zu verwirklichen.