Ordnung muss sein heißt diese Comedy-Serie mit Untertitel, und es versteht sich, dass der Kosmos einer blitzblanken Neubausiedlung Folge für Folge ins Chaos kippt, weil der Hausmeister seinen Pflichten obliegt. Plot und Pointen sind so alt wie die Welt der Hausordnungen - und doch: Tom Gerhardt als akkurater Herr Krause mit Hut und Kittel - Mitglied im Club der Dackelzüchter, stets verbindlich und bereit zum Bückling, wenn der Verwalter aufkreuzt - gibt der Figur des getretenen Saubermanns noch einmal das volle Format. Sein Gesicht mit den Kulleraugen und der dicken Schnute spiegelt den ganzen Jammer eines Charakters, der angetreten ist, alles richtig zu machen, und dabei wahre Kaskaden moralischer Katastrophen auslöst. Krause hat natürlich eine Familie, die zu den tolldrastischen Verwicklungen mit Doofheit (Sohn Tommy) und Sex (Tochter Carmen) nach Kräften beiträgt. Auch die Mutter, diesmal keine dumme Kuh mit Schürze, sondern ein resches Weib mit Chuzpe, heizt Krause zusätzlich ein. Gerhardt gilt seit Ballermann 6 als Klamottier der untersten Stufe

aber das ist es eben: Diese Stufe zu erreichen und sich auf ihr zu behaupten, dazu gehört ein radikales Talent, das den Mut zum freien Fall in die Niveaulosigkeit einschließt. Interessanterweise lauert dort unten ein Humor, getragen von elementarer Begriffsstutzigkeit, den unsere Welt des blitzschnellen Capito dringend braucht und zu dessen Meistern Tom Gerhardt zählt. Aber auch das Team, das die verrückten Bücher schreibt, verdient ein Extralob.

Hausmeister Krause, neue Staffel seit Januar, läuft immer freitags um 21.45 Uhr auf Sat.1