Wirtschaftlich mag Ihr Vergleich zwischen Europa und (Clinton-) Amerika zutreffen. Militärisch tut Amerika gerade das, was Paul Kennedy strategische Überdehnungen nannte: Aufblähung des Militärs, Verlust des moralischen Kredits. Europa sollte es sich ein weiteres Mal ersparen. Kaum ein europäischer Wähler wünscht eine Politik oder gar ein Militärbudget wie in den USA. Dass das den Generälen Tränen in die Augen treibt, lässt auf eine brillante Zukunft hoffen.

Dr. Dirk Schmalz

In Europa verkennt man den Zusammenhang zwischen militärischer und ökonomischer Macht. Auch wenn die Bundeswehr im Ausland präsent ist, von Bosnien über Mazedonien bis in die afrikanischen Gewässer, so sind dies doch mehr Symbolismen. Der gute Wille zeigt sich am Willen zur Bereitstellung von Ressourcen auch für Sicherheitszwecke.

In Europa gibt es mehr Gegen- als Miteinander. Hoffen wir, dass es Peinlichkeiten wie Nizza nicht mehr gibt, damit Europa nicht auf Dauer zu einer peripheren Weltregion wird.

Christoph Rohde

Sie haben die "europäische Krankheit" glänzend diagnostiziert und zugleich die einzig wirksame Genesung: "Sie kommt aus einer Wirtschaft, die Mehrwert schafft, und einer Kultur, die nach außen strahlt." Nur aus diesen Ressourcen kann auch eine vernünftige Solidarität erwachsen. Solidarisch sein heißt "jemandem beistehen", "zu jemandem halten", nicht aber "hinterherlaufen". Ein Hund ist nicht solidarisch, er gehorcht allenfalls.

Dr. Helmut Viemann