Ulrike Heider: Keine Ruhe nach dem Sturm

Rogner & Bernhard bei

Zweitausendundeins, Hamburg 2001

324 S., 16,85 e

Wild geworden: Nicht jeder hatte das Glück, Ende der sechziger Jahre reif genug zu sein, um umstandslos vom Petticoatkleid in Omas altes Samtkleid zu schlüpfen und sich dann in gesellschaftlich befreienden Situationen zu erfahren. Für die Neidischen, die Zuspätgeborenen ist dieses Buch, natürlich auch für Veteranen, die sich so gern erinnern: wie sie dem militärischen Drill des deutschen Gymnasiums entflohen. Wie sie selbst die Bolivianer befreien wollten, es dann aber nur zur Rätedemokratie im Studentenheim reichte, wie ausgerechnet die Linke den Stuck der großbürgerlichen Villen rettete, für Yuppies. Ulrike Heider trieb es Ende der Achtziger aus Frankfurt nach New York, auch dort lebt sie sich im Häuserkampf voll aus, immer dabei im Stile von: "Unsere Stärke war unsere Radikalität, in der wir unerfüllbare Forderungen stellten, Kompromisse ablehnten und den Konflikt auf die Spitze trieben." Ulrike, lachen!

Hans-Joachim Neubauer: Einschluß.

Bericht aus einem Gefängnis