Verkehrspolitik ist, wenn der Verkehrsminister Geld verteilt. Kurt Bodewig wirft mit Geld um sich: 1,75 Milliarden Euro für den Bau des Metrorapid zwischen Düsseldorf und Dortmund, dazu 550 Millionen Euro für den Transrapid zwischen Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen der Landeshauptstadt. Und die Regierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen halten gern die Hand auf. Was tut es da zur Sache, dass die Stadt München lieber eine schnellere S-Bahn zum Flughafen hätte als einen Schwebezug, dass sich an der Ruhr die Begeisterung der Bahnkunden in Grenzen hält, dass die Wandlung des Transrapid vom Langstreckenzug zur Super-S-Bahn schier unerklärlich ist, dass schließlich die Bahn als designierte Betreiberin des Transrapid vom Sinn des Unternehmens keineswegs überzeugt ist?

Verkehrspolitik ist, wenn man trotzdem baut. Dafür spendiert Minister Bodewig jetzt schon Geld, das er frühestens im kommenden Haushaltsjahr zur Verfügung hat - wenn überhaupt. Und er teilt es nach einem Schlüssel auf, der nicht nachzuvollziehen ist: München bekommt nur ein Viertel der Summe für eine Strecke, obwohl sie halb so lang ist wie die an der Ruhr. Grund: Die bayerische Strecke sei wirtschaftlicher. Welch eine Logik: Je unwirtschaftlicher das Projekt, desto mehr Subventionen muss der Staat versenken!

Zudem werden die Baukosten für beide Strecken mindestens doppelt so hoch sein wie der Zuschuss aus der Bundeskasse, und niemand weiß, wo die restlichen Milliarden herkommen sollen. Nordrhein-Westfalen will jedenfalls kein Geld aus dem eigenen Haushalt in die Investition stecken.

Vernünftige Verkehrspolitik wäre es, den Transrapid in deutschen Landen zu den Akten zu legen. Am besten zu den 35 Ordnern mit der amtlichen Machbarkeitsstudie, die den Steuerzahler allein zehn Millionen Euro gekostet hat. Dutzende von Experten kamen da zu dem Schluss, die beiden Strecken seien "technisch, betrieblich und wirtschaftlich machbar".

Doch machbar ist vieles, sinnvoll muss es deswegen noch lange nicht sein.

Stattliche Milliardenbeträge in Projekte zu stecken, die viel dem Prestige dienen und nur wenig dem Nutzer - das ist jedenfalls nicht sinnvoll.

Vielleicht verhilft ja Geldmangel der Vernunft zum Sieg.