Wenn es notwendig sein sollte, halte ich ihm alles hin. Dann frisst er mich eben." Kein Geringerer als der Filmhändler Leo Kirch hat über das Nachrichtenmagazin Spiegel mitgeteilt, wie seiner Meinung nach das Drama um die Kirch-Gruppe ausgehen könnte. Gefressen wird natürlich nicht, höchstens übernommen. Und zwar vom Medientycoon Rupert Murdoch, der Kirch im Herbst eine Rechnung über 1,8 Milliarden Euro präsentieren darf, die dieser wohl nicht bezahlen kann.

Ob Murdoch allerdings fressen will, ist weiterhin unklar. Denn seit Wochen dringen immer neue Details und Gerüchte über die desolate Lage des Unternehmers Leo Kirch an die Öffentlichkeit. Erst hieß es, die Schulden beliefen sich auf 6,5 Milliarden Euro, was Kirch-Vize Dieter Hahn bestätigt.

Inzwischen ist mal von 6,7 oder 7,5, einmal sogar von 8 Milliarden Euro zu lesen. Dieter Hahn widerspricht.

Zu hoch sind die Schulden allemal: Es häufen sich nämlich Meldungen, dass die deutschen Gläubigerbanken, ausgenommen die Deutsche Bank, einen Teil ihrer Kredite in Anteile an Kirchs Imperium umwandeln wollen. Was zunächst aussehen könnte wie ein Vertrauensbeweis, wäre nichts anderes als das Eingeständnis: Auf absehbare Zeit bekommen wir unser Geld nicht wieder. Es wäre eine heimliche Abschreibung: bitter für die Aktionäre, unter anderem der HypoVereinsbank, der Dresdner Bank und der Commerzbank.

Aber nicht nur sie wird es treffen. Auch die Fußballbundesliga-Clubs, die von Kirch Millionen für die TV-Übertragungsrechte bekommen, richten sich darauf ein, dass die Überweisung aus München geringer wird. Man halte "unter guten Geschäftspartnern" aber zusammen, war zu vernehmen. Fraglich nur, ob da die Profifußballer mitmachen, die dann eigentlich auch auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müssten.