Die Pest, Inbegriff der Menschheitsplage: 200 Millionen Menschen raffte die Seuche in rund 150 Epidemien dahin - die schlimmste grassierte im 14.

Jahrhundert und tötete nach Schätzungen ein Drittel der damaligen Bevölkerung Europas.

Schon früh versuchte man, die verheerende Seuche gezielt gegen Feinde zu lenken. Im 14. Jahrhundert katapultierten die Tataren Pestleichen über die Mauern der belagerten Genueser Handelsniederlassung Kaffa - manche Historiker vermuten, dass eine der schlimmsten Pestepidemien der Zeit hier ihren Ausgang nahm. Während des Zweiten Weltkriegs züchteten japanische Biowaffenforscher in ihrer geheimen "Einheit 731" Pestbakterien in industriellem Maßstab. Ab 1942 setzten die Militärs die Erreger mehrfach für besonders heimtückische Mikrobenangriffe ein: Japanische Flugzeuge warfen Millionen infizierter Flöhe über chinesischen Ortschaften ab. Tatsächlich kam es zu mehreren großen Epidemien.

Wie ein Pestausbruch heute in einer Großstadt verlaufen würde, spielte die Gesundheitsbehörde des US-Bundesstaats Colorado im Mai 2000 durch. Die Annahme: Terroristen hätten im Stadtzentrum von Denver Pestbakterien über die Atemluft freigesetzt. Nach drei Tagen sterben 123 Patienten an Lungenpest, insgesamt werden 783 Erkrankungen registriert. In kürzester Zeit entsteht heilloses Chaos - es fehlt an Ärzten und Medikamenten, die Verantwortlichen streiten über die Verteilung der knappen Antibiotikavorräte und über geeignete Quarantänemaßnahmen. Innerhalb von sechs Tagen gibt es 950 Todesfälle, 3700 Menschen erkranken. Das Seuchenplanspiel Topoff wird vorzeitig abgebrochen.