Da sage noch einer, die Arbeit der Eurokraten sei langweilig. Zumindest Hollywood denkt anders. EU-Kommissar Pascal Lamy bekommt eine Nebenrolle im amerikanischen Action-Thriller Spy Game. In einer Szene, die einem echten Nachrichtenfilm entnommen wurde, betritt er ein Gebäude in Peking, um dort den Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) zu besprechen. Ob der kurze Auftritt des schlanken, fast glatzköpfigen Franzosen ausreicht, eine zweite Karriere im Showbusiness zu starten, bleibt abzuwarten. Sorgen über seine Zukunft braucht sich der heimliche Star der EU-Kommission jedenfalls kaum zu machen. Erst im Januar hatte Lamy erneut Durchsetzungskraft bewiesen: Vor der WTO gewann er den transatlantischen Streit um amerikanische Exportsubventionen. Die Frage, wie Europa seine Unternehmen gegen die unfaire Konkurrenz schützen darf, vertagte die Schiedsstelle der WTO jetzt zwar auf Ende April. Aber in Brüssel ist man zuversichtlich, dass die dann anstehende Entscheidung die USA veranlassen wird, die Beihilfen zu reduzieren. Wenn nicht, darf die EU wahrscheinlich Strafzölle erheben.