Er war unser heimlicher Liebling: Tyrannosaurus rex, der König der Dinosaurier, der Jäger, überlegen, grausam, furchterregend. Und nun das: Zwei Forscher behaupten, dass T. rex gar nicht rennen konnte. Bei seiner Anatomie habe seine Beinmuskulatur 80 Prozent seines Körpergewichts ausmachen müssen, um ihn zu einem guten Läufer zu machen, sagen John Hutchinson (Stanford University) und Mariano Garcia, Ingenieur aus Ithaca. Mit maximal 18 Stundenkilometern sei der Saurier mehr gestolpert als gerannt. Eine herbe Enttäuschung, die leider zu der Einschätzung von Jack Horner passt. Der wissenschaftliche Berater von Steven Spielberg ist überzeugt, T. rex habe gar nicht jagen können. Seine Arme hätten sein Maul nicht erreicht, und seine Zähne seien mehr zum Mahlen als zum Beißen geeignet gewesen. Armer König.

Genetiker des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik und des Krebsstudien am Hefepilz britischen Sanger-Centre haben das mehr als eine Milliarde Jahre alte Genom der Spalthefe entschlüsselt. Zu ihrer Verblüffung entdeckten sie darin 50 Gene, die menschlichen Erbkrankheiten zugrunde liegen, beispielsweise Taubheit, zystische Fibrose, Diabetes und verschiedene Krebsformen. Die Entdeckung ermöglicht es nun, am primitiven Modell der einzelligen Hefe die exakte Funktion dieser Gene zu studieren - und darauf aufbauend neue Therapien zu entwickeln.

Verdrillte Wissenschaft Es war eine Sensation, als zwei deutsche Forscher 1994 die Entdeckung eines neuen Großsäugetiers verkündeten, das im Grenzgebiet von Vietnam und Kambodscha lebe. Als Beweis dienten Schädelknochen mit zwei geriffelten, an ihren Spitzen verdrillten Hörnern des Pseudonovibos spiralis getauften Biestes. Insgesamt 21 solch gehörnter Schädel sind aufgetaucht, meist von lokalen Märkten und Läden. Alles Fälschungen, warnt Alexandre Hassanin von der Pariser Universität Pierre et Marie Curie. Seine DNA-Analysen der Knochen zeigten, dass sie von normalen Rindern stammen. Die Riffeln seien nachträglich eingeschliffen worden in die Hörner und deren Spitzen durch kunstvolle Hitzebehandlung verdrillt. Das Vorbild dafür liefert die kambodschanische Sage, die von einer Schlangen fressenden Kuh mit Riffelhörnern zu berichten weiß, Chinesen wiederum schwärmen von Hörnern zum Heilen von Schlangenbissen. Doch der Amerikaner Robert Timm beharrt darauf, seine Hörner von Pseudonovibos an der University of Kansas seien keine Fälschung, sondern echt. Weitere DNA-Tests sollen laut Nature (Bd. 415, S.

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