Drei Monate nach der Auslagerung der Gemäldesammlung Fürstenberg in Donaueschingen zeichnet sich zumindest für 26 von 74 mittelalterlichen Tafeln von Lucas Cranach, Hans Holbein und dem Meister von Meßkirch eine gute Lösung ab. War zu befürchten, die fürstliche Familie habe die Schätze aus dem Museum entfernt, um sie, wie bereits kostbare Handschriften, Inkunabeln und Musikalien, zu verkaufen (ZEIT Nr. 2/02), bleiben nun zumindest die auf der Liste national wertvollen Kulturgutes stehenden und damit ins Ausland unveräußerbarer Werke der Öffentlichkeit erhalten. Ab dem 16. Mai verstärken sie als Leihgabe auf noch unbestimmte Zeit die korrespondierende Sammlung mit Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts der Staatsgalerie Stuttgart. Ihr Hausherr Christian von Holst kommentiert in kleinstem Kreis erreichte Übereinkommen: "Ein großer Gewinn für unser Haus, damit können wir das schönste Ensemble altschwäbischer Malerei zeigen." Währenddessen wird das Museum im Donaueschinger Karlsbau renoviert. Statt der alten Meister will es ab Mitte Mai zeitgenössische Künstler präsentieren - allen voran den in Donaueschingen geborenen Anselm Kiefer.