Grinsende Soldaten und ein lebloser, von Kugeln durchsiebter Körper: Als diese Bilder vorigen Samstag über die Fernsehschirme flimmerten, jubelten in Angola Hunderttausende von Menschen. Jetzt konnte es keinen Zweifel mehr geben: Jonas Savimbi ist tot. Er wird als einer der grausamsten Rebellenführer in die Geschichte des postkolonialen Afrikas eingehen. 1975, nach dem Zusammenbruch der portugiesischen Fremdherrschaft, wollte Savimbi die Macht an sich reißen. Als ihm das auf friedlichem Wege nicht gelang, entfesselte er mit seiner Unita-Truppe einen Bürgerkrieg. Die Schreckensbilanz nach 27 Jahren: zwei Millionen Tote, vier Millionen Flüchtlinge, Hunger, Massenelend, ein Staat in Ruinen.

Dies ist die Stunde, um an Savimbis Bundesbrüder und Impresarios zu erinnern, an das Apartheidregime in Südafrika, an die USA unter Ronald Reagan - und auch an die CSU, die ihn als Freiheitskämpfer hofierte. Savimbi durfte Franz Josef Strauß zu seinen besten Freunden zählen. Es herrschte Kalter Krieg, und jeder Alliierte im Kampf gegen den Weltkommunismus war recht - selbst wenn Blut an seinen Händen klebte. So besehen, war der Terrorist in Angola ein Bauernopfer im geostrategischen Schachspiel und zugleich ein Täter aus eigenem Machttrieb.

Savimbis Leiche wurde irgendwo im Busch verscharrt, seine Horden stehen vor einer vernichtenden Niederlage, und die Menschen in Angola dürfen auf Frieden hoffen. Denn der korrupten Regierungsclique ist der Feind abhanden gekommen, der stets auch von ihrem eigenen Versagen ablenkte.