Merkwürdig, wie manchmal so genannte "Marktnachrichten" entstehen: Am Mittwoch hatte der größte Pensionsfonds der USA, Calpers aus Kalifornien, angekündigt, er ziehe sich aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Thailand zurück. Unter anderem aus "demokratischen" Gründen wie Menschenrechtsverletzungen, politischer Instabilität oder Arbeitsschutz. Kurz darauf sanken in einigen ostasiatischen Ländern die Börsenkurse um bis zu sieben Prozent. Die Wirtschaftsblätter meldeten: "Sozialethische Kriterien Anlass für den Rückzug - Börsen reagieren mit Kursverlusten". Die Geschichte hat jedoch ein paar Haken. Erstens spielt Ethik in der Calpers-Entscheidung eine untergeordnete Rolle: Die "Anlagensicherheit" stehe im Vordergrund, erklärt Firmensprecher Brad Pachoco, Menschenrechte und Arbeitsschutz seien dagegen nur Kriterien unter vielen.

Zweitens legt Calpers von seinen 152 Milliarden Anlagekapital nur schätzungsweise 300 Millionen Dollar in Südostasien an, was allein kaum den Markt bewegen dürfte. Die Kursrückgänge, mutmaßt eine Marktbeobachterin in Tokyo, waren "simple Gewinnmitnahmen".