Regine ist eine gebrochene Frau. Das Verderben kam in Gestalt eines Ensembles aus Kaffeemaschine und Toaster aus dem Hause Siemens in ihre offene Einbauküche mit Elbblick.

Die Geräte im Porsche-Design harmonierten zwar miteinander aufs trefflichste, sie schienen auch geradezu maßgeschneidert zum frei schwebenden Dunstabzug und zu den gleitkugellagergefassten Geschirrschrankschiebetüren zu passen.

Immerhin ist der Toaster der Modellreihe TT 911 mit schnittigem Langschlitzröstschacht, Seitenwangen aus gebürstetem Edelstahl und elektronischer "Röstgrad-Einstellung mit Memory-Effekt" ausgerüstet.

Doch leider zerstob die Faszination des Backwaren-Sportsters schon nach wenigen Minuten: Füllen zwei Toastscheiben den Langschlitz, erreicht jede Scheibe nur auf der zum Zentrum orientierten Hälfte braune Krossheit, die andere bleibt lappig-blässlich. Mit dem elektronischen Regler lässt sich das Röstbild nur dahingehend beeinflussen, dass das Toastgut je hälftig braun und schwarz aus dem Schacht springt.

Der Elektrogroßmarkt nahm den 911er zwar zurück, hatte jedoch kein Ersatzgerät am Lager. Zum Glück konnte ein Haushaltswarenfachgeschäft in gehobener Lage das Gerätepaar wieder komplettieren, doch auch dieser Röstbolide versagte in der Doppeltoastdisziplin. Die Fachverkäuferin schickte halbgebräunte Beweisstücke zu Siemens.

Auch der dritte Toaster, der bald darauf eintraf, enttäuschte auf der ganzen Linie. Regine vermutete nun Inkompatibilität des deutschen Röstschachts mit dem von ihr bevorzugten American Sandwich Toast und wich auf heimische Harry-3-Korn-Scheiben (80 mal 95 Millimeter) aus - die inhomogene Blässe blieb.

Herr Schikora von der Siemens Family Line (Telefon: 01805-22 23) sagt, das sei ein physikalisches Phänomen. "Das merken Sie ja schon daran, dass das Austauschgerät genauso ist", erklärt er mit bestechender Logik. "Wir empfehlen, mittig zu arbeiten." Dann passe pro Toastgang allerdings nur eine verloren wirkende Scheibe in den wuchtigen Schlitz. Wolle man partout zwei aufbacken, könne man das Toastgut "umsetzen", also einen Seitenwechsel vornehmen und bleiche Partien nachbräunen, wobei Vor- und Nachbräune voraussichtlich unterschiedlicher Röstgradeinstellung bedürften.