Die Hersteller der Kunstherzen heißen Thoratec, DeBakey, Jarvik und sitzen in den USA. Doch die Orte, an denen sie eingesetzt werden, sind Berlin, Bad Oeynhausen, Freiburg und Jena. Die US-amerikanischen Hersteller haben Deutschland zu ihrem Testgelände erkoren. In den USA ist eine Genehmigung für Tierversuche leicht erhältlich, die Erlaubnis aber, ein Gerät auch am Menschen zu testen, vergibt die zuständige Behörde Food and Drug Administration (FDA) nur ungern. Dafür müssen die Betreiber erst detailliert den Nutzen einer Kunstherzimplantation belegen. Also gewinnen die Pumpenhersteller die notwendigen klinischen Daten lieber dort, wo lediglich der TÜV über die technische Sicherheit der Medizinprodukte wacht: in Deutschland. Ist die TÜV-Zulassung einmal erteilt, können die Maschinen zu unterschiedlichsten Zwecken in die Körper der Patienten verpflanzt werden

in den USA müsste jedes Mal ein neuer Antrag bei der FDA gestellt werden.

Zurzeit wird im Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen, der Universitätsklinik Bochum zugehörig, das erste vollständig implantierbare Kunstherz Abiocor getestet. Die amerikanische Firma Abiomed aus Danvers, Massachusetts, hat das Herzzentrum in Bad Oeynhausen als erste europäische Klinik ausgewählt, weil es eine der führenden Herzkliniken Deutschlands ist.

Seit 1989 wurden hier mehr als 1000 Herzen verpflanzt

um Wartezeiten zu überbrücken, arbeitet die Klinik mit Kunstherzen und das natürliche Herz unterstützenden Pumpen, zum Teil so groß wie Schränke. Die Testreihe mit fünf Schweinen wurde gerade abgeschlossen. Schon diese Woche könnte die erste Implantation eines Abiocor-Herzens stattfinden - vorausgesetzt, dass ein geeigneter Patient gefunden wird: ein herzkranker Mann mit geringen Überlebenschancen, "dem kein anderes unserer bislang bewährten Systeme mehr helfen kann", wie Reiner Körfer, ärztlicher Direktor des Herzzentrums, sagt.

Die Kosten von etwa 100 000 Euro wird die Klinik tragen.