Pop Klingt gar nicht so nach ComputerSeite 5/5

Diese Musiker machen den Eindruck, als würden sie Drogen jenseits von Gin und Rotwein vermeiden, hübsche Mädchen unangetastet lassen, nie etwas kurz und klein schlagen - sie wirken ganz normal mit ihren Brillen und ziemlich intelligent. Sie machen ihr Ding, sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

Sie sind unterwegs, nicht nur physisch, von Weilheim in die Welt.

Wie lässt sich eine 42-minütige Studioplatte in einen 90-minütigen Auftritt umsetzen? Von Abend zu Abend tasten sie sich an die Lösung heran: In Freiburg, in Mannheim, im Inland überhaupt gelingt ihnen das besser, denn dort begegnet ihnen eine über die Jahre gewachsene Anhängerschar. Im Ausland, wo sie als das plötzliche Wunder bestaunt werden, tun sie sich schwerer, denn sie wollen die Musik, die sie früher gespielt haben, keinesfalls ungeschehen machen.

Wenn The Notwist auftreten, dann bildet ihr Bühnenaufbau ein Tryptichon der modernen U-Musik. In der Mitte Gitarren, Bass und Schlagzeug: das Rockbrett.

Links Console mit seinem Techno-Zeug, rechts zwei Plattenspieler: Repräsentanten von HipHop- und Disco-Kultur.

Nach dem Konzert in Freiburg, nach etlichen Zugaben, sagt Markus Acher: "Ich leg jetzt noch was auf." Und auf das zwischen Tränen und Schweiß noch unentschiedene Notwist-Programm lässt er beschwingte Reggae-Platten folgen.

Wer noch im Saal ist, tanzt dazu. Nach dem Auftritt ist es eigentlich immer am schönsten.

Deutschlandtermine: 16. März Dresden, 17. Leipzig, 18. Berlin, 19. Hannover, 20. Düsseldorf, 21. Darmstadt, 14. April Köln. Weitere Informationen unter www.zeit.de/2002/11/notwist

 
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