Stimmt’s? Ultrasauber
Seit Jahren behaupten viele meiner Freunde, es gebe Waschmaschinen, die Wäsche mittels Ultraschall sauber waschen. Ganz ohne Waschmittel. Allerdings werde jedes Patent sofort von der allmächtigen Waschmittelmafia aufgekauft, um den Fortbestand der Weißen Riesen nicht zu gefährden. Stimmt das? Eike Zimmermann, Kiel
Die böse Industrie, die sich angeblich gegen innovative Produkte verschworen hat, kam an dieser Stelle schon zweimal vor: Bei der ewigen Glühbirne (ZEIT Nr. 33/99) und beim reißfesten Damenstrumpf (Nr. 16/01). Die Antwort zur Ultraschallwaschmaschine ist einfach: Es gibt sie. Seit dem vergangenen Herbst können zumindest japanische Verbraucher eine Sanyo-Waschmaschine kaufen, die man mit und ohne Waschmittel betreiben kann. Dabei wird Ultraschall als Schmutzlöser eingesetzt - ähnlich wie beim Optiker, der mit diesen unhörbaren Vibrationen Brillengestelle reinigt. Zusätzlich werden durch Elektrolyse aus dem Leitungswasser und den darin vorhandenen Chlor-Ionen aktiver Sauerstoff und unterchlorige Säure erzeugt, zur Beseitigung von organischen Verschmutzungen und zur Desinfizierung.
Den Ultraschallwaschgang empfiehlt der Hersteller vor allem für Wäsche, die nicht "richtig" verschmutzt ist - Pyjamas, Unterwäsche, Sportkleidung. Die Verkaufszahlen sind sehr gut, die Verbraucher zufrieden. An einen Verkauf außerhalb Japans denkt Sanyo aber noch nicht. Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 11.04.2002 - 14:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 16/2002
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