Vier Frauen für ein HallelujaSeite 4/4

Auch zu Hause schoben die vier Reformen an. Herfkens konzentrierte die bilaterale Hilfe auf wenige, die bedürftigsten Länder. Clare Short erkämpfte überhaupt erst einen Kabinettssitz für das bis dahin im Außenministerium angesiedelte Amt, mehr Geld und Aufmerksamkeit, Mitspracherechte in Umwelt- und Handelsfragen. Hilde Johnson finanziert immer öfter überzeugende Regierungspläne in armen Ländern direkt, statt isolierter, daher oft scheiternder Einzelprojekte. Am schwersten habe es "die arme Heidi", sagen die Kolleginnen. "Ein veraltetes Ministerium, ein anspruchsvolles Parlament, eine katastrophale Haushaltslage." Natürlich sind die Politikerinnen nicht immer einer Meinung. Die Tobin-Steuer auf Finanzmarktspekulationen, die Wieczorek-Zeul vorantreibt, hält Johnson für unausgegoren und Herfkens für unrealistisch

sie lenke zudem nur von der Verpflichtung auf die magischen 0,7 Prozent Entwicklungshilfe ab.

Die Frage muss noch gestellt werden: Ist die weibliche Besetzung Zufall?

"Irgendwas hat es schon damit zu tun", wischt Hilde Johnson desinteressiert weg, "aber was ...?" Dass Frauen ungeduldiger, vor allem informeller seien, meint Eveline Herfkens, und Heidemarie Wieczorek-Zeul: "Wir sind keine besseren Menschen, aber lebensnäher. Wir haben stärker im Blick, wie sich Beschlüsse auf die Menschen auswirken." Wie eine Feministerin antwortet nur Clare Short: "Es ist jedenfalls kein Zufall", spottet sie, "dass wir Frauen in die Wohltätigkeitsabteilung berufen wurden."

Wer weiß, für wie lange - Eveline Herfkens ist nach dem Rücktritt der niederländischen Regierung nur noch kommissarisch im Amt

Heidemarie Wieczorek-Zeul stellt sich im September den Wählern. "Unser Projekt ist ein wenig fragil geworden", sagt bedauernd Clare Short. "Wir denken jetzt manchmal : Oh je, Wahlen ..."

 
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