Mehr Hilfe für die Opfer

Bischof Gebhard Fürst über Reaktionen der katholischen Kirche auf sexuellen Missbrauch durch Priester von 

die zeit: Warum sind die deutschen Bischöfe bei ihren Beschlüssen zum sexuellen Missbrauch in der Kirche hinter den Richtlinien des Papstes zurückgeblieben?

Gebhard Fürst: Die deutschen Bischöfe halten die Situation in Deutschland nicht für eins zu eins vergleichbar mit der in den Vereinigten Staaten.

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Deshalb sind unterschiedliche Einschätzungen notwendig.

zeit: Sie selbst aber haben vor Ihrem Diözesanrat davon gesprochen, dass transparentere Verfahrensregeln auch eine vertrauensbildende Maßnahme gegenüber der Öffentlichkeit seien. Wären die Bischöfe da nicht besser beraten gewesen, sich verbindlicher zu äußern?

Fürst: Ich spreche jetzt als Diözesanbischof, und mir ist es sehr wichtig, dass wir in unserem Bistum Rottenburg-Stuttgart solche vertrauensbildenden Maßnahmen ergreifen. Zurzeit überprüfen wir noch einmal die Verfahrensregeln, die wir teilweise schon anwenden, daraufhin, ob sie angesichts dessen, was aus den USA bekannt geworden ist, ausreichen. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, und das wird noch vor dem Sommer sein, möchte ich das Verfahren transparent und für die Öffentlichkeit überprüfbar machen.

zeit: Was beinhaltet das konkret?

Fürst: Wir müssen zum Beispiel konkretisieren, wie wir mit den staatlichen Stellen zusammenwirken. Und wir müssen sicher das Opfer eines sexuellen Übergriffs und dessen Umfeld noch deutlicher in den Blick nehmen und Hilfen anbieten.

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