Sie heißen TDI, CDI, DTI oder einfach nur d - und sind die Lieblinge der deutschen Autokäufer: Dieselfahrzeuge, früher als lahme Stinker verschrien, haben sich dank Turbotechnik und Direkteinspritzung zu Straßenstars entwickelt. Sie kosten zwar etwas mehr als vergleichbare Benziner. Aber dafür gelten sie als robust, sind genügsam und entwickeln mittlerweile ebenso viel Schub wie Benziner. Obendrein eilt ihnen der Ruf voraus, relativ umweltverträglich zu sein. Logisch: Weil sich die Selbstzünder mit weniger Sprit begnügen, entfleucht ihren Auspuffrohren auch weniger klimaschädliches CO2. Um ihren Makel als Ökoschädling loszuwerden, gibt sich die Autoindustrie deshalb alle Mühe, mehr Dieselfahrzeuge unters Volk zu bringen. Fast überall wird sie dabei auch von den Finanzministern unterstützt. Hans Eichel verzichtet pro Liter Diesel auf Mineralölsteuereinnahmen von exakt 18,41 Cent, die anteilige Mehrwertsteuer nicht mitgerechnet.

Doch womöglich sind solche Wohltaten nicht nur unberechtigt, sondern schädlich. Nicht nur enthält Dieselabgas nach wie vor krank machende Rußpartikel, neueste Forschungsergebnisse deuten auch darauf hin, dass Dieselautos - entgegen landläufiger Meinung - Klimakiller sind. Mit dieser Erkenntnis konfrontierte kürzlich der amerikanische Klimaforscher Mark Z.

Jacobson die Wissenschaftlergemeinde bei einem von der Nasa veranstalteten Workshop in Honolulu/Hawaii. Seine Behauptung: Dieselautos heizen der Erdatmosphäre noch viel stärker ein als Benzinfahrzeuge. Deshalb rät Jacobson dringend dazu, den Dieselbonus bei der Mineralölsteuer abzuschaffen.

"Spritsteuern, die Diesel begünstigen, scheinen die Erderwärmung zu beschleunigen", so der Professor der renommierten kalifornischen Stanford-Universität.

Verantwortlich für den von den Selbstzündern verursachten Klimafrevel sind die winzigen Partikel im Abgas, die bisher fast ausschließlich das Interesse von Medizinern weckten

erst kürzlich meinte der Sachverständigenrat für Umweltfragen, durch die Partikel in der Atemluft werde "die Lebenserwartung beeinträchtigt". Dass Dieselruß offenbar noch andere unschöne Eigenschaften hat, entging den Wissenschaftlern weitgehend - bisher. Die Erkenntnisse des US-Forschers Jacobson, der von der Nasa, von der amerikanischen Umweltbehörde Epa sowie von der National Science Foundation unterstützt wurde, könnten nun freilich eine Revolution auslösen. Zwar hält es auch Jacobson für notwendig, den weltweiten Ausstoß von CO2 zu vermindern

viel wirksamer sei indes eine entsprechende Verminderung des Rußausstoßes von Dieselautos, heißt es in Jacobsons Beitrag, den das Fachblatt Journal of Geophysical Research in Kürze publizieren wird