Deutsches Harvard

Was den Amerikanern ihr Harvard, ist den Deutschen ihr Mannheim. Nicht nur Studenten stuft die ökonomische Fakultät in diversen Ranglisten oben ein.

Auch bei Wissenschaftlern stehen Mannheimer Ökonomen hoch im Kurs. Dort studiert oder gelehrt zu haben ist derzeit eine ideale Voraussetzung, um an die Spitze eines großen Wirtschaftsforschungsinstituts zu gelangen. Jüngster Beleg: Martin F. Hellwig, seit 1996 Professor in Mannheim, wurde die Leitung des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel angetragen. Dort soll er im nächsten Frühjahr die Nachfolge von Horst Siebert antreten, der einst selbst in Mannheim lehrte. Und an der Spitze der Berufungsliste für das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) steht der Heidelberger Ordinarius Christoph M. Schmidt, der ebenfalls in Mannheim studierte.

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Hellwig steht noch vor Verhandlungen, und der Ruf an Schmidt ist offiziell noch nicht ergangen. Aber alles spricht dafür, dass sie die Chefposten bekommen - und dann überall auf Professoren aus der Mannheimer Schule stoßen: Hans-Werner Sinn etwa, der an der Spitze des ifo-Instituts in München steht und aus seiner Mannheimer Assistenzzeit Klaus F. Zimmermann, den Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW), kennt. Dieser studierte, promovierte und habilitierte ebenso in Mannheim wie Wolfgang Franz, Leiter des angesehenen Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Er stellte übrigens Christoph M. Schmidt als Hilfsassistenten ein, "in weiser Voraussicht seiner Fähigkeiten", wie er heute versichert.

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