Inzwischen bundesweit versuchen Behörden die Spur des verbotenen Pflanzenschutzmittels Nitrofen zurückzuverfolgen, das in Biogetreide und -geflügel nachgewiesen worden war. Das Krebs erzeugende Pestizid, welches das US-Unternehmen Rohm & Haas erfunden hat, ist nach Angaben des Industrieverbandes Agrar in den alten Ländern seit 1988, im Osten seit 1990 verboten. Das US-Unternehmen habe sich vor einiger Zeit komplett aus Deutschland zurückgezogen. Dass Pestizidreste im Boden die Verunreinigung verursachten, schließt man im Bundesministerium für Verbraucherschutz aus.

Auch dass die verbotene Substanz auf normalem Wege, also durch Spritzen, ins Getreide gekommen sei, sei unwahrscheinlich, heißt es im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Derartig hohe Konzentrationen entstünden nur, wenn Pestizide verbotenerweise zur Entlaubung auf das fast reife Getreide aufgebracht würden, um die Ernte zu beschleunigen. Wo das passiert sein soll, darüber streiten die Behörden noch. Das Getreide reiste von Brandenburg über Mecklenburg-Vorpommern zum Händler GS Agri nach Niedersachsen, von wo aus über 1000 Biomäster beliefert wurden. Möglicherweise, so hofft man in den drei Ländern, wurden unterwegs Körner aus Osteuropa untergemischt. Dort ist das Mittel erlaubt.