Obwohl das Bundessozialgericht nach jahrelangem Rechtsstreit (AZ: B 3 KR 6/97 R) blinden Menschen bei nachgewiesenem Bedarf Hilfsmittel zugesprochen hat, setzen sich die gesetzlichen Krankenkassen immer wieder darüber hinweg. So steht Nichtsehenden etwa ein Lese-Sprech-Gerät zu, das Texte einscannt und mit künstlicher Stimme vorträgt. Mithilfe einer Blindenschriftzeile ertasten Betroffene ergänzend Tabellen, Kontoauszüge und Telefonrechnungen. Doch genau dieses Hilfsmittel verweigern einige Krankenkassen als "Doppelversorgung".

Dabei treiben die Kassen Antragsteller oft in teure und langwierige Prozesse.

"Auf ihren Widerspruch erhalten sie nicht rasch den offiziellen Bescheid, gegen den sie bei Sozialgerichten klagen können, sondern ein Schreiben, in dem die Kassen ihnen die Aussichtslosigkeit ihres Antrages erklären und die Rücknahme empfehlen", kritisiert der blinde Rechtsanwalt Michael Richter aus Marburg und warnt: Wer sich darauf einlasse, verliere die Möglichkeit, seinen Anspruch gerichtlich prüfen zu lassen.