Nach dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer droht den US-Investmentbanken jetzt die nächste Gefahr: der Online-Broker Charles Schwab. Nachdem sich der Chefankläger Spitzer im Skandal um irreführende Aktientipps und verrätische E-Mails bei der Investmentbank Merrill Lynch mit einem Kompromiss zufrieden gegeben hat (Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe, ein Umbau der Aktienanalyse, aber keine Straf- und Folgeklagen), bläst Schwab zum Angriff. Mit einer aggressiven Werbekampagne ("Verwechselt Ihr Broker endlose Serien heißer Aktientipps mit einer Anlagestrategie?") und spezialisierten Beratungsbüros will er den etablierten Häusern jetzt die Kundschaft abjagen. Es geht vor allem um die Anleger mit einem Vermögen zwischen einer und fünf Millionen Dollar. Schwab setzt darauf, dass es in seinem Haus keine Interessenkonflikte gebe: Er besitze schließlich gar keine Investmentbank, die Papiere vermarktet. Schwabs Problem dabei: Von den Gebühren für Online-Handel allein lässt sich seit dem Dotcom-Crash auch nicht leben.