die zeit: Es gibt große Hoffnungen auf eine Renaissance der betrieblichen Altersvorsorge nach Einführung der Riester-Rente und der Novelle des Betriebsrentengesetzes. Teilen Sie diese Erwartungen?

Bert Rürup: Ja! Im Vergleich zur individuellen Privatvorsorge, die nur über sich schrittweise bis 2008 aufbauende Zulagen beziehungsweise einen Sonderabgabenabzug gefördert wird, besteht bei der betrieblichen Altersvorsorge zusätzlich die Möglichkeit der steuer- und beitragsfreien Entgeltumwandlung.

zeit: Was bedeutet das?

Rürup: Die betriebliche Altersvorsorge ist somit eindeutig privilegiert, und ich erwarte einen baldigen Push vom Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung und daneben einen generellen Schub für alle "Riester-Renten" von den neu vorgeschriebenen Auskünften der Rentenversicherungsträger an alle Versicherten über die - regelmäßig überschätzte - Höhe der gesetzlichen Rente. Allerdings erfolgt die Wahl des Produktes im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge allein vom Arbeitgeber, und die Verträge unterliegen nicht der Zertifizierung des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen ...

zeit: ... und damit nicht den Mindestvoraussetzungen des Zertifizierungsgesetzes mit den dortigen Vorschriften zur Kostenverteilung und den Informationspflichten.

Rürup: Generell wird man aber dennoch sagen können, dass die Förderung über die Zulagen und den Sonderabgabenabzug - sei es in der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge - regelmäßig für Kinderreiche oder Geringverdiener günstiger ist, während für Kinderlose und Besserverdienende regelmäßig die Steuer- und Beitragsersparnisse der Entgeltumwandlung attraktiver sind.

zeit: Was halten Sie von dem neuen Konzept der Pensionsfonds?