Die Entscheidung galt als Abnick-Routine. Schließlich hatten die Eskimos schon immer Sonderfangrechte für Wale. Trantiere zu jagen und roh zu nagen gehört im hohen Norden zur Tradition wie Bierschlürfen im tiefen Bayern.

Weise hatten sich Tier- und Umweltschützer dem Argument gebeugt, armen Ureinwohnern nicht die Kultur zu zerstören.

Doch nun: Schluss, aus. Auf der jüngsten Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC im japanischen Shimonoseki endete die Abstimmung über Sonderrechte mit einem Eklat. Alaskas Ureinwohner dürfen ab 2003 keine Wale mehr jagen. Dann müssen noch einige mehr von der US-Sozialhilfe leben.

Das ist absurd. Zumal die Ureinwohner in Grönland und Sibirien weiterhin mit IWC-Segen Wale fangen dürfen. Der US-Delegierte beim IWC schäumte, dies sei der ungerechteste und unfairste Beschluss der Kommissionsgeschichte.

Herbeigeführt hatten ihn die Japaner. Als Retourkutsche dafür, dass selbst ihre bescheidene Bitte, in japanischen Gewässern 50 Zwergwale erlegen zu dürfen, unter US-Führung abgeschmettert wurde. Kommerzieller Walfang.

Verboten.

Auch das ist absurd. Japan hat ebenfalls eine Walfangtradition. Und mit symbolischen 50 Zwergwalen ist kein Profit zu machen. Außerdem tummeln sich Zwergwale wieder zu Hunderttausenden in den Ozeanen - Bestandsschutz ist da kein Argument. Die Tagung zeigt vielmehr, wie sich Befürworter und Gegner fundamentalistisch bekriegen. Es geht nicht mehr um Walschutz, sondern um Glaubens- und Kulturhoheit.