Pakistans tödliche WahlSeite 5/5
Stephen Alter, ein in Indien geborener Amerikaner, reiste 1998 entlang der Grenzen beider Länder. Er schreibt über seine Erfahrungen: "Unter den Indern (...) habe ich vor allem die Hoffnung vorgefunden, dass die Grenze zwischen den beiden Ländern durchlässig werden und irgendwann verschwinden möge. Aber in Pakistan hat jede Person, die ich traf, die Bedeutung dieser Grenze hervorgehoben. Für die Bürger von Pakistan war die Trennung von Indien weitaus wichtiger als die Unabhängigkeit von Großbritannien."
Was Stephen Alter also bei den Indern als Wunsch angetroffen hatte, können die Menschen auf der anderen Seite der Grenze nur als Bedrohung empfinden. So wird verständlich, warum Pakistan gern das Bild eines "imperialistischen" Indiens zeichnet, das nie wirklich die Trennung akzeptiert habe. Und diese Obsession hat auch bei der Entwicklung der Atombombe in Pakistan eine Rolle gespielt. Aus der ideologischen Perspektive geht es nämlich für Pakistan in der Tat um alles oder nichts.
- Datum 29.05.2002 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23/2002
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