Schrumpfkur bei Lungenkrebs.

Nach jahrelangem Stillstand melden Pharmazeuten Erfolge im Kampf gegen Lungenkrebs. Iressa, ein neues Medikament der Firma AstraZeneca, hat in Studien an schwerkranken Patienten deutliche Wirkungen gezeigt - zumindest angesichts der bislang höchst trüben Therapieaussichten. Bei zwölf Prozent von 216 bereits austherapierten Todkranken mit der häufigsten Lungenkrebsform Non-Small Cell Lung Cancer (NSCLC) schrumpften die Krebsherde. Bei einem weiteren Drittel kam das Leiden immerhin zum Stillstand. Solche Erfolge habe man beim Lungenkrebs nie zuvor gesehen, sagte Studienleiter Mark Kris vom Memorial Sloane-Kettering Cancer Center in New York. Iressa gehört wie das Leukämiemedikament Gleevec zu einer neuen Generation zielgenauer Wirkstoffe.

Es blockiert das wachstumsfördernde Antennenmolekül Her-1 auf den Krebszellen. Iressa soll im Laufe dieses Jahres zugelassen werden.

Brechen Sportler Rekorde, liefern sie meist Begründungen: besseres Material, größeres Stehvermögen, verbesserte Technik. Eine Gruppe um Daniel Gembris vom Forschungszentrum Jülich legt den trainingsfleißigen Stars eine ernüchternde Bilanz vor (Nature, Nr. 417, S. 506). Nur in 4 von 22 Rekorde durch Zufall.

Leichtathletikdisziplinen, etwa über die Laufdistanz 10 000 Meter, waren die Rekorde tatsächlich auf schnellere Schuhe oder Fortschritte in der Technik zurückzuführen. In den übrigen Disziplinen regierte der Zufall: Randbedingungen wie Wind, geografische Höhe oder klimatische Verhältnisse waren für die Verbesserungen ausschlaggebend. Aufgrund von Leichtathletikdaten aus den achtziger Jahren errechnete der Computer, in welchem Ausmaß sich die Rekorde in den neunziger Jahren ohne Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit hätten verbessern lassen: In den meisten Disziplinen steigerten sich die Athleten nur in dem so vorausberechneten minimalen Rahmen. Auch die Jahresweltbestzeiten zeigten, schreiben die Autoren, dass vielfach die Leistungsgrenze erreicht sei.

Fieses Virus.

Verdächtige gibt es überall, handfeste Beweise selten. Den jüngsten Versuch, infektiöse Keime für chronische Krankheiten verantwortlich zu machen, haben britische Mediziner unternommen. Durch Infektionen mit dem Coxsackie-Virus B4 könnte nach ihren Befunden Typ-I-Diabetes ausgelöst werden. Das Immunsystem von frisch diagnostizierten Diabeteskranken reagierte in ihren Tests deutlich aggressiver auf die Viren als bei gesunden Personen. Daher sei anzunehmen, dass Typ-I-Diabetiker schon früher Coxsackie-Infektionen ausgesetzt gewesen seien, schreiben die Forscher im Fachblatt Diabetes (Nr. 51, S. 1745). Bei der Abwehr solcher Mikroben, lautet die gängige Hypothese zur Entstehung von Autoimmunkrankheiten, setzt die Immunverteidigung zuweilen Zellen und Antikörper ein, die nicht nur den Feind erkennen, sondern auch körpereigene Strukturen. Ob die Virusabwehr der Diabetiker aber wirklich auch deren Bauchspeicheldrüse attackiert, muss erst noch bewiesen werden.