Der Großteil der Menschheit schläft nachts, steht frühmorgens auf und lebt und arbeitet tagsüber. Basta. Wer diese Regelung ursprünglich traf, ist leider nicht mehr herauszufinden. Fest stehen jedenfalls die Verlierer: die Morgenmuffel, Menschen, die eigentlich nachts ihre aktive Phase hätten. Für sie wird der Wecker zum Folterinstrument, der Arbeitsplatz zum Schlaflabor und das Leben auf die Dauer sehr ermüdend. Für alle, die die eingefahrene Tag-Nacht-Regelung unterlaufen wollen, ist Jobs für Nachteulen von Uta Glaubitz ein geeigneter Ratgeber. Die Lektüre zeigt, dass auch der späte Abend und die Nacht einige Verdienstmöglichkeiten bieten - nicht nur für das horizontale Gewerbe, zwielichtige Gestalten und Sabine Christiansen, sondern zum Beispiel auch für Köche, Türsteher, Polizeireporter, Sprengmeister, Theaterbeleuchter, Schlafwagenschaffner, Pannenhelfer, Sanitäter und Babysitter. In kurzen Reportagen stellt der Band Nachtberufe vor, beschreibt die Anforderungen und gibt Tipps für den Berufseinstieg. Die meisten der porträtierten Tätigkeiten erfordern dabei keine weitere formale Ausbildung und kein Studium. Ergänzt werden die Berufsbilder durch Interviews mit dem Eins Live-Talkstar Jürgen Domian und dem Konzertveranstalter Fritz Rau sowie einem Kapitel mit Ratschlägen zur Jobsuche. Außerdem beantwortet die Lektüre praktische Fragen: Was ist die artgerechte Nahrung für Nachteulen? Wie schützt man sich vor Vitamin-D-Mangel aufgrund des Tageslichtentzugs? Vielleicht sind einige Berufspläne unrealistisch - nicht jeder kann zum Beispiel TV-Talkshow-Host werden. Aber ist es nicht besser, auf Ziele hinzuarbeiten, als ein Leben lang vom Ausschlafen zu träumen?

Uta Glaubnitz: Jobs für Nachteulen. Machen Sie Ihre Ausgeschlafenheit zum Beruf Campus Verlag, Frankfurt a.M. 2002; 218 S., 15,90 €