DIE ZEIT: Sie suchen für die Investmentbank UBS Warburg in Deutschland Nachwuchs, der für eine internationale Karriere infrage kommt. Dabei wünschen Sie sich mehr Bewerber, die Geschichte oder Philosophie studiert haben. Wieso?

Philip von Malsen-Plessen: Eine gute Balance zwischen Betriebswirtschaftlern und Geisteswissenschaftlern bringt Vielseitigkeit in unsere Teams. Genau wie Mitarbeiter, die künstlerisch oder sportlich begabt sind. Technisch hat ein Historiker zwar einen gewissen Nachholbedarf gegenüber einem Betriebswirt, aber der wird von uns durch ein intensives achtwöchiges Trainingsprogramm ausgeglichen. So erreichen wir, dass alle Absolventen, unabhängig vom Studienabschluss, die gleichen Voraussetzungen für eine Karriere im Investmentbanking bekommen.

ZEIT: Und - werden Sie fündig?

von Malsen: Leider nicht so, wie ich es mir wünsche. Deutsche Geschichtsstudenten wissen zu wenig über die Möglichkeiten einer Karriere in der Wirtschaft oder im Investmentbanking. In England zum Beispiel ist das ganz anders. Dort rekrutieren wir auch junge Uniabsolventen mit einem Bachelor in Geschichte, Philosophie, Theologie oder auch Sprachen.

ZEIT: Sind die nicht zu jung?

von Malsen: Im Gegenteil: Das hohe Alter ist für deutsche Absolventen im internationalen Vergleich ein Nachteil. Die älteren Absolventen behaupten von sich oftmals, viel qualifizierter und reifer zu sein als ein 22-jähriger Engländer. Aus meiner Erfahrung kann ich das aber nicht bestätigen. In der Praxis kommt es einzig und allein darauf an, wie gut jemand ist, und da müssen sich die jungen Mitarbeiter nicht verstecken.

ZEIT: Wer bekommt bei Ihnen eine Chance?