Schnittger: Das ist gar nicht so einfach, denn ich bin mit verbunden mit Kamerun, mit Afrika und natürlich auch mit Deutschland. Ich denke, das Deutsche kommt doch noch ein bisschen mehr durch.

Heinlein: Blicken wir auf den Gegner, auf Kamerun. Bisher ein Unentschieden, ein 1:1 gegen Irland und ein Zittersieg gegen die Saudis. Muss denn Rudi Völler Angst haben, von den Löwen gefressen zu werden?

Schnittger: Er braucht nicht Angst zu haben, aber trotzdem sollte er sie nicht unterbewerten. Die Kameruner haben einen gewissen Stolz, und sie sind jetzt doch ein bisschen angegriffen, weil die Ergebnisse nicht so ausgefallen sind, wie man sich das insgeheim erhofft hat. Und deshalb glaube ich, dass sie gegen Deutschland doch sehr viele Kräfte mobilisieren werden, um ein achtbares Ergebnis zu erzielen.

Heinlein: Was sind denn die besonderen Qualitäten dieser Truppe von Winfried Schäfer?

Schnittger: An und für sich sind sie sehr willenstark. Sie wissen, was sie wollen. Es ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die über die Jahre hinweg organisch gewachsen ist, die doch sehr viel Erfolg im afrikanischen und internationalen Fußball verzeichnet hat. Sie haben mit Mboma und Eto'o zwei gute Stürmer, und im Mittelfeld haben sie den Foe, auch ein routinierter Spieler, und in der Abwehr Kalla und Rigobert Song. Also es ist eine Mannschaft, die wirklich eine Überraschung kreieren kann.

Heinlein: Ist denn Deutschland ein Gegner, der Kamerun mit seiner Spielweise besonders liegt?

Schnittger: Die Deutschen haben sich immer schwer getan gegen die sogenannten schwächeren Nationen, und ich weiß nicht, ob das in der deutschen Mannschaft noch in den Köpfen spukt, jedenfalls sollte man frühzeitig da versuchen, das Spiel zu bestimmen und die Kameruner nicht ins Spiel kommen zu lassen.