Was also tun gegen die Flaute? Lufthansa schreitet mit neuem Konzept voran und ficht weiter im Kampf um eine kleine, aber feine Gruppe - die Geschäftsreisenden. Die hatte Lufthansa nach dem Terroranschlag vernachlässigt, zumindest auf der Strecke Düsseldorf-New York. Sämtliche Businessflüge waren damals gestrichen worden. Jetzt will man die Strecke wiederbeleben, weil der Konzern befürchtet, zahlungskräftige Geschäftskunden zu verlieren. Vom 17. Juni an hebt deshalb ein besonderes Flugzeug auf dem Düsseldorfer Flughafen ab, eine Boeing 737-700, sechsmal in der Woche. Das ist noch nichts Außergewöhnliches, aber in dem Flugzeug wird es nur 48 Sitzplätze geben, wo sonst 120 montiert sind. Viel Beinfreiheit also. "Die Kunden sollen sich wohl fühlen", sagt Lufthansa-Sprecherin Amélie Lorenz. Das Essen wird auch nicht auf einem Wägelchen durch die Reihen gekarrt, sondern wie im Restaurant serviert. Alles ganz fein. Dass Lufthansa diese Boeing bei der Schweizer Private Air chartert, habe nichts mit mangelnder Kompetenz im Luxusbusiness zu tun, sagt Lorenz, aber: "Wir hätten eine unserer Maschinen umbauen müssen, das wäre teuer geworden." Und überhaupt sei die neue Strecke kein Luxusangebot, sagt sie. "Das ist First Class, ein angenehmes Raumgefühl, ein exklusives Produkt, ja, aber doch kein Luxus." Denn das exklusive Produkt kostet genauso viel wie ein normaler Lufthansa-Businessflug von Frankfurt nach New York: 2880 Euro.

Noch steht Lufthansa mit ihrem Angebot allein da, und die Konkurrenz scheint gelangweilt. Air France teilt lediglich mit, man beobachte die Strecke Düsseldorf-New York, vielleicht reagiere man irgendwann darauf, erst mal aber nicht. Bei British Airways sieht man das Prokjekt ebenfalls gelassen; wenn überhaupt, würde ein solches Produkt wohl von London aus eingerichtet werden. Nur bei der Preussag und ihrem Reiseveranstalter TUI hat man sich Gedanken gemacht. Lange schon blickt man dort neidisch auf die "Preiswertanbieter" Ryanair und die britische Fluggesellschaft Easyjet. "Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass diese Fluggesellschaften recht erfolgreich sind", sagt Preussag-Sprecher Herbert Euler. Natürlich möchte man den kleinen Fliegern nicht den ganzen Kuchen überlassen, immerhin hatte Preussag-Chef Michael Frenzel jüngst verkündet: "Der Bereich Low-Cost-Carrier hat ein hohes Zukunftspotenzial." Will heißen: TUI sieht dort den Markt der Zukunft und plant selbst eine Billigfluglinie. Erstmals sollen damit auch Geschäftsreisende angesprochen werden, was man bei Preussag allerdings noch etwas zögerlich formuliert. "Das muss man natürlich als ergänzende Variante sehen", sagt Preussag-Sprecher Euler.

In der Tat wäre das ein Produkt, das Lufthansa nicht anbietet. Bei der Preussag AG hofft man nun, dass die Geschäftsreisenden Billigangebote zu schätzen wissen. Ob die Herren und Damen beim Sturm auf die besten Plätze mitmachen und sich das Käsebütterchen selbst mitbringen, wird sich zeigen. Preussags Manager glauben das: "Warum nicht", sagt Euler.