Es gibt Momente, die sind zum Verzweifeln. Wie im vergangenen Jahr, als die Schorfinfektion einen großen Teil der Obsternte zunichte machte. Dann wieder kommen Momente, in denen Heike zum Felde weiß: "Es war richtig umzustellen, und es ist ein guter Weg, den wir gehen." 1995 beschloss die Familie, auf Ökoproduktion umzusatteln. Bereits in der fünften Generation leben die zum Feldes in Jork vor den Toren Hamburgs, in einem der größten Obstanbaugebiete Europas; sie bauen Äpfel, Birnen und Kirschen an. Mit ihrer Jahresproduktion von 600 Tonnen Äpfeln zählen sie zu den großen Betrieben im Alten Land.

Auch vorher schon hatten die zum Feldes auf unnötiges Spritzen verzichtet, aber eben "nicht in letzter Konsequenz", wie die 41-Jährige sagt. Die ersten Jahre waren schwierig: "Wir haben immer mit der Natur gelebt", erzählt Heike zum Felde, "doch ihr komplett ausgeliefert zu sein, das ist noch etwas anderes." Sie haben dazugelernt. Auch Ökoäpfel, weiß die Familie heute, müssen blank, saftig und knackig sein. Rund. zehn Prozent ihres Obstes verkaufen sie auf einem Hamburger Wochenmarkt, der Rest geht in den Großhandel oder den Export.

"Früher waren wir als integrierter Betrieb auch Mitglied einer Genossenschaft", sagt Heike zum Felde. "Heute müssen wir jedes Kilo Äpfel selbst vermarkten." Warum gründet sie dann nicht eine neue, rein ökologisch-orientierte Genossenschaft? Sie hat daran schon mal gedacht, aber so schnell geht das alles nicht. Es gilt, skeptische Obstbauern zu überzeugen. Sie alle haben ihre Zeit gebraucht, um zu erkennen, dass man auch mit Öko sein Geld verdienen kann.

Für Heike zum Felde ist das aber längst nicht das Wichtigste. "Im Herbst war ich mit meiner einjährigen Tochter draußen", erzählt sie. "Da lag eine Birne im Gras, und meine Tochter hat sie sich in den Mund gesteckt. Das war so ein Moment. Klar, dachte ich, das ist jetzt kein Problem mehr."