Andrea Fischer plädiert in der neuen Ausgabe der ZEIT gegen den derzeit im Bundestag diskutierten Gesetzesentwurf zur anonymen Geburt: "Eltern tragen gegenüber ihren Kindern Verantwortung: für ihr Wohl, ihre Erziehung, ihre Ausbildung, ihren Unterhalt." Fischer sieht mit dem Gesetzesentwurf das Grundrecht der Kinder verletzt. "Anonym gebären zu dürfen, verschafft Entlastung von all diesen Verpflichtungen, nicht nur zum Zeitpunkt der Geburt, sondern ein ganzes Kinderleben lang."

Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin, Mitglied der Bundestagsfraktion der Grünen, warnt vor möglichem Missbrauch: "Es besteht die Gefahr, dass die Möglichkeit der anonymen Geburt von anderen Personen missbraucht wird, die der Mutter zusetzen, ihr Kind abzugeben: etwa von Zuhältern oder Vätern, die keine Alimente zahlen möchten."

Der Staat übernehme - sollte das Gesetz Bundestag und Bundesrat passieren - "einen immer größeren Anteil an Verantwortung für die Finanzierung der Kindererziehung". Deshalb gefährde der vorliegende Entwurf grundlegend "unser Verständnis vom Zusammenleben von Eltern und Kindern."

"Die Messlatte des Schreckens ist dermaßen in die Höhe geklettert, dass praktisch nichts mehr Erwähnung verdient, was unterhalb eines Genozides oder eines Atomkrieges liegt", schreibt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy in der ZEIT.

Friedlicher Widerstand werde mit Verachtung gestraft und Themen wie Vertreibung, Enteignung, Hunger, Armut, Krankheit nehme keiner mehr ernst. Roy wirft die Frage auf, wie es eine Friedensbewegung geben könne, "wenn Frieden für die meisten Menschen in Indien ein täglicher Kampf um Nahrungsmittel, Wasser, Obdach, Würde" sei. Ein Atomkrieg sei etwas, das sich der Vorstellungskraft der meisten Menschen in Indien vollkommen entziehe. Roy sieht gerade in dieser Unwissenheit die Gefahr: "Sie lässt die Idee der ‚Abschreckung' zu einem schrecklichen Witz verkommen".

Frank Bsirske, Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat eine schnelle Einigung im aktuellen Tarifkonflikt in Aussicht gestellt, sofern die Arbeitgeber Entgegenkommen zeigten. "Wenn sie verhandlungsfähige Angebote vorlegen, kann es schnell zu Ergebnissen kommen", sagt er in der ZEIT.

Bsirske kündigte bis zur Bundestagswahl bundesweite Aktionen gegen die ge-sundheitspolitischen Pläne der Opposition an: "Was wir bei der Rentenreform erlebt haben, darf sich in der Gesundheitspolitik nicht fortsetzen: Absenkung des gesetzlichen Sicherungsniveaus und Teilausstieg aus der paritätischen Finanzierung. Gegen solche Pläne werden wir massiv Widerstand leisten." Unter anderem seien gemeinsame Veranstaltungen mit Kirchen, Arbeitsloseninitiativen, Wohlfahrtsverbänden und Patientengruppen geplant.