Ich lese vielleicht mal in der Zeitung von einer Umweltkatastrophe oder von hungernden Menschen oder Kriegen, und natürlich finde ich das irgendwie schlimm und wünsche mir, dass die Menschen ... aber so ist die Welt halt nicht. Und ich muss es akzeptieren. Ich kann nicht Gott spielen. Ich weiß nicht, was das Beste für die Menschheit ist, und deshalb wäre es irgendwie komisch, wenn ich von so etwas träumen würde, das ist nicht mein Job.

Mal angenommen, die Menscheit überlebt, und wir rotten uns nicht gegenseitig aus, durch Kriege oder indem wir unsere Ressourcen auf der Erde kaputtmachen. Falls wir also überleben, dann ist alles, was ich tun kann, mein Leben auf eine gute Weise zu leben. Ist das ein Traum? Jedenfalls ist es nicht einfach.

Wenn ich eine Sache A tue und mich dann schlecht fühle oder eine Sache B mache und mich dann gut fühle, was tue ich dann? Ich höre mit A auf. A kann alles Mögliche sein, egozentrisches, unüberlegtes Verhalten, das andere nicht respektiert. Es gibt ziemlich viele Sachen, die in diese Kategorie fallen, und man fühlt sich dabei leer und einsam. Und der Trick ist eben, zu sehen, welches Verhalten die Ursache ist, und irgendwann damit aufzuhören. Es ist leichter, ein Verhalten zu ändern als den Grund dafür. Wenn man sein Verhalten ändert, dann bedeutet das nicht, dass die Wut oder die Angst oder was immer dazu geführt hat verschwindet. Es ist viel schwieriger, Gefühle zu kontrollieren. Und trotzdem müssen wir uns nicht davon überwältigen lassen. Es sind nur Gefühle! Wir können einen Schritt zurücktreten, sie beobachten, uns ihrer bewusst werden und dann handeln, selbst wenn es gegen unser Gefühl geht. Die Gefühle verflüchtigen sich dann. Jemand hat mir gesagt, dass Angstlosigkeit nicht heißt, keine Angst zu haben, sondern Angst zu haben - und durch sie hindurchzugehen.

Luxus ist bedeutungslos, wenn es einem nicht gut geht. Alles, was wir haben, alles, was ich habe, ist der Moment, und alles, worum es geht, ist die Frage, was man daraus macht. Bin ich präsent? Wie gehe ich mit anderen um? Unterstütze ich sie, bin ich jemand, der etwas zu geben hat, bin ich eine Person, die für andere da ist? Warum ist das wichtig? Weil es mir das Gefühl gibt, ein ganzer Mensch zu sein.

Das heißt für mich erwachsen werden: mitzukriegen, was um einen herum passiert, dafür zu sorgen, dass es den Leuten um einen herum gut geht. Ist das ein Traum? Wenn es mir gelänge, drei Leute in meinem Leben auf eine positive Weise zu berühren, und diese drei Leute haben einen guten Einfluss auf andere Leute und so weiter, dann wird es mit der Menschheit vielleicht ganz okay weitergehen.

Was meine eigene Zukunft betrifft, gibt es da diese Liste. Ganz oben steht: Fremdsprache lernen, Musikinstrument lernen. Ich habe angefangen, Gitarre zu spielen.