Egal, wie die Ergebnisse ausfallen: In Wahlkampfzeiten werden sie zur politischen Munition. Verspätet haben alle Parteien erkannt, dass sich mit dem Thema Bildung nicht nur Sonntagsreden halten, sondern auch Wählerstimmen gewinnen lassen. Denn die Zustände an deutschen Schulen und Universitäten treiben die Menschen wieder auf die Straße: In Nordrhein-Westfalen wird gegen Studiengebühren protestiert, in der Hauptstadt für mehr Geld und Chancengleicheit, in Hamburg gegen den Schulsenator Rudolf Lange (siehe Seite 28). Selbst Bundeskanzler Gerhard Schröder gibt sich neuerdings bildungsbeflissen.

Doch was will der Wähler hören? Einen Einblick in die deutsche Stimmungslage gewährt eine neue Umfrage (siehe Seite 27): Die Bundesbürger fordern mehr Leistung in der Schule, mehr Kontrollen, aber keine strukturellen Reformen. Alles soll besser werden, nur nichts anders. Das könnte für ein Wahlprogramm reichen - doch nicht als Therapie der Bildungsmisere.