Während Diplomatenfamilien und Touristen abreisen, treffen in Delhi Scharen westlicher Journalisten ein. Viele rufen mich an. "Warum haben Sie die Stadt noch nicht verlassen?", fragen sie. "Müssen wir nicht ernsthaft mit einem Atomkrieg rechnen? Ist Delhi nicht ein ideales Ziel?"

Solange Atomwaffen existieren, müssen wir ernsthaft mit einem Atomkrieg rechnen. Und Delhi ist ein ideales Ziel. In der Tat.

Aber wo sollen wir denn hingehen? Sollen wir losziehen und ein anderes Leben wählen, nur weil das jetzige nicht unseren Erwartungen entspricht? Wenn ich weggehe und alles - jeder Freund, jeder Baum, jedes Haus, jeder Hund und Vogel, die ich gekannt und geliebt habe - zu Asche verbrennt, wie sollte ich dann weiterleben? Wen sollte ich lieben? Und wer würde mich lieben? Welche Gesellschaft würde mich aufnehmen und mir gestatten, die aufmüpfige Außenseiterin zu sein, die ich hier bin? Hier, in meinem Zuhause.

Also bleiben wir alle. Rücken enger zusammen. Stellen fest, wie gern wir uns mögen. Und sind überzeugt, dass es ein Jammer wäre, jetzt zu sterben. Das Leben ist nur normal, weil der Schrecken normal geworden ist. Während wir auf Regen, auf Fußball, auf Gerechtigkeit warten, reden die alten Generäle und die eifrigen Jungmoderatoren im Fernsehen von "Erstschlag-" und "Zweitschlagkapazitäten", als diskutierten sie über ein Brettspiel für die ganze Familie.

Meine Freunde und ich diskutieren über Prophecy, einen Dokumentarfilm über den Atombombenabwurf von Hiroshima und Nagasaki. Über den Feuerball. Über die Leichen, die den Fluss erstickten. Über die Lebenden ohne Haut und Haar. Die versengten, kahlköpfigen Kinder, die noch lebten, ihre Kleider in den Körper gebrannt. Das zähe, schwarze, giftige Wasser. Die heiße, schneidende Luft. Den Krebs, genetisch eingepflanzt, eine bösartige Botschaft an die Ungeborenen. Wir erinnern uns besonders an den Mann, der einfach in die Treppe eines Gebäudes hineinschmolz. Wir sehen uns an seiner Stelle. Als Flecken auf einer Treppe. Ich sehe künftige Generationen von Schulkindern vor mir, die mit gedämpfter Stimme auf meinen Flecken zeigen ... das war eine Schriftstellerin. Nichts weiter. Das.

Wenn die Wespen verbrennen

Es tut mir leid, wenn meine Gedanken wild und unzusammenhängend wirken, nicht der Rede wert. Gelegentlich lächerlich.