Ingo Julien Jordan: Einer der wenigen Punkte, bei denen Unternehmen heute noch sparen können, sind die Reisekosten. Für Monteure zahlt keine Firma 75 Euro die Nacht, wenn sie sechs Wochen bleiben.

Zeit: Warum der Name "virtuelles Hotel"?

Jordan: Weil es kein reales Hotel ist, sondern die Appartements im ganzen Stadtgebiet liegen. Alles läuft über unsere Internet-Seiten (www. professionalhome.de und www.appartementberlin.de). Es gibt keinen Katalog. Nur so können wir die günstigen Preise ermöglichen. Unsere Muttergesellschaft, die Unternehmensberatung HGS Ideenkontor, bietet unter anderem Internet-Dienstleistungen an. Um unseren Kunden zu zeigen, wie man perfekte Programmierlösungen entwickeln kann, kamen wir auf das virtuelle Hotel als Vorführmodell. Als es im Internet zu finden war, erhielten wir so viele Anfragen, dass wir uns entschlossen haben, das Angebot mit einem realen Inhalt zu füllen.

Zeit: Wie viele Wohnungen haben Sie denn?

Jordan: Im Standardprogramm bis zu 30, wir können aber auf 60 zurückgreifen. Zum größeren Teil sind es Eigentumswohnungen.

Zeit: Und das Geschäft klappte auf Anhieb?

Jordan: Wir haben im Dezember 2001 angefangen und schon mehr als 1000 Gäste untergebracht. Zur Hälfte Geschäftsreisende, zur Hälfte Touristen. Die Zahl der Geschäftsreisenden steigt aber stark an. Wenn jemand ein Appartement bucht, das regulär 55 Euro kostet, dann gehen wir bei längeren Aufenthalten auch einmal auf 40 Euro am Tag. Nur zum Vergleich: In einer großen Berliner Jugendherberge zahlen zwei Erwachsene im Vierbettzimmer 45 Euro.