Geld wieder gibt es für Deutsche nur beim Shoppen in Ländern außerhalb der EU und auch dann nur bei größeren Einkäufen, in Kanada etwa ab 50 Dollar, in der Schweiz sogar erst bei einem Wert von über 400 Franken. Jeder Einkauf ist mit Rechnungen nachzuweisen und in Formulare einzutragen, bevor der Zoll am Flughafen oder Grenzübergang mit einem Stempel bestätigt, dass die erworbenen Artikel auch tatsächlich exportiert werden. Erst danach kann man seine Ansprüche bei den Finanzbehörden des Ferienlandes geltend machen. Der Scheck kommt meistens erst Wochen, Monate später ins Haus geflattert, wenn die ganze Mühsal längst vergessen ist.

Doch es geht auch einfacher und schneller: Private Finanzdienstleister kümmern sich um die umständlichen und zeitraubenden Prozeduren zur Erstattung der Mehrwertsteuer (die in angelsächsischen Ländern zumeist VAT - value added tax - abgekürzt wird). Wer seine Steuererstattung beispielsweise mit dem schwedischen Weltmarktführer Global Refund (www.globalrefund.com) abwickelt, bekommt sein Geld sofort nach der Ausreise zurück.

Damit es funktioniert, müssen sich Touristen beim Einkauf an Geschäfte halten, die sich an dem jeweiligen Programm beteiligen. Bei Global Refund sind es weltweit 190 000 Einzelhändler, zu erkennen am blau-weißen Logo mit der Aufschrift "Tax Free Shopping". Der Händler heftet einen "Tax Free Cheque" an die Einkaufsquittung, die man sich bei der Ausreise vom Zoll abstempeln lassen muss. Dann ist der Weg frei für die zügige Erstattung. Über 700 "Cash Refund Points" betreibt allein Global Refund in 30 Ländern der Welt, ausgenommen den USA, zumeist an Flughäfen, Grenzübergängen und einigen Bahnhöfen. Dort wird dem heimkehrenden Reisenden die zu viel gezahlte Mehrwertsteuer in bar ausbezahlt - allerdings nicht in voller Höhe. 3,8 Prozent des Bruttoverkaufspreises behält das Unternehmen als Provision.

Ein Rechenexempel: Der Käufer des isländischen Wollpullovers hat umgerechnet 100 Euro bezahlt und erwartet womöglich angesichts des isländischen Mehrwertsteuersatzes von 24,5 Prozent eine Erstattung von 24,50 Euro. Tatsächlich zahlt Tax Refund in diesem Fall nur knapp 16 Euro aus. Die stattliche Differenz setzt sich einerseits aus der Transaktionsgebühr und andererseits aus einem weit verbreiteten Rechenfehler der Kundschaft zusammen, wie Global-Refund-Sprecherin Sonja Ostrzyharczik erklärt: "Ein Mehrwertsteuersatz wird immer auf den Nettopreis erhoben. Beträgt der Satz beispielsweise wie in Deutschland 16 Prozent, enthält der Bruttopreis, den der Kunde zahlt, nur 13,79 Prozent Steuer."

Bislang haben sich deutsche Urlauber noch nicht so recht für diese Art der Schnäppchenjagd begeistern können. "Wir sind wohl kein Volk, das ins Ausland fährt, um Luxuseinkäufe zu machen", vermutet Ostrzyharczik. Unter den Kunden von Global Refund liegen Amerikaner und Japaner an der Spitze. In deutschen Kaufhäusern und Edelboutiquen wird die Rangliste hingegen von osteuropäischen Nationen dominiert: Die Russen führen vor den Polen, erst dann folgen Amerikaner und Japaner. Überraschend auf Platz fünf: chinesische Touristen, die nach Berlin oder München jetten, um sich ihre Konsumwünsche zu erfüllen.