DIE ZEIT: Die Zukunft für Techniken, die mit Licht arbeiten, erscheint rosiger als die gegenwärtige Lage. Viele Betriebe schreiben Verluste. Wird der Markt für Fotonik überschätzt?

Gerd Litfin: Wichtige Zukunftsmärkte sind nicht immer gut vorhersagbar. Das gilt besonders, wenn sie Technologiesprüngen unterliegen, wie sie in der Halbleitertechnik und in der Telekommunikation üblich sind. Hier verdoppeln sich die Datenraten alle zwölf Monate. Dies führt zu zyklischen Schwankungen, da mal die Anbieter, mal die Anwender den Ausbau der Systeme vorantreiben.

ZEIT: Und nun hoffen die Anbieter sehnlichst, dass ihre Überkapazitäten von einer wieder steigenden Nachfrage aufgesogen werden?

Litfin: Ja, aber wir haben den Tiefpunkt des Abschwungs jetzt erreicht und starten in eine neue Aufschwungphase. Langfristig entwickelt sich das Geschäft mit mehr als 20 Prozent Wachstum im Jahr sehr dynamisch. Ein Einbruch auf der einen Seite wird im Normalfall bald auf einer anderen wieder ausgeglichen.

ZEIT: Um die Härten solcher Wechselbäder besser verkraften zu können, könnten die Firmen doch enger miteinander kooperieren?

Litfin: Das würde nicht sehr viel nützen. Wir benötigen vielmehr schärfere und zuverlässigere Prognoseinstrumente, um vorhersagen zu können, wann ein Tief kommt und um hoch flexibel darauf reagieren zu können. Zudem rate ich, die Geschäftsfelder eines Unternehmens so aufzustellen, dass es weniger stark von zyklischen Märkten wie der Telekommunikation oder Chipindustrie abhängt. Ich denke da etwa an die Medizin- und Biotechnik.

ZEIT: Wo glauben Sie, könnte es als Erstes wieder aufwärts gehen?