Die Zahl der Online-Jobbörsen allein im deutschsprachigen Raum ist weiterhin hoch, es fällt schwer, die Übersicht zu behalten. Abgesehen davon, dass es spezielle Jobbörsen für bestimmte Berufsgruppen gibt, haben sich auch bei einigen nicht-spezialisierten Anbietern Schwerpunkte herausgebildet. Neben der reinen Stellenvermittlung bieten viele der Jobbörsen verstärkt zusätzlichen Service an. Was früher einfach eine Online-Jobbörse war, heißt heute "Karriereportal" oder "Karriere-Netzwerk".

"Sie geben völlig anonym ein, was Sie können und lassen dann Ihren zukünftigen Chef auf die Suche gehen: Arbeitgeber bewerben sich auf Ihren Lebenslauf", empfehlen Jobvermittler in ihrer Werbung. Das suggeriert eine Bequemlichkeit, die trügerisch sein kann: Aus Bewerbersicht herrscht noch immer eine angespannte Arbeitsmarktlage. Wie die aktuellen, Anfang Juni von der Bundesanstalt für Arbeit veröffentlichten Zahlen zeigen, ist die Situation gerade bei den Akademikern immer noch unbefriedigend - nur in wenigen Branchen, gibt es zu wenig Bewerber. Wer in dieser Situation passiv bleibt und sich darauf verlässt, dass sich die künftigen Arbeitgeber bei ihm bewerben, der wird angesichts der Konkurrenz keine realistische Chance auf eine Anstellung haben.

Wie bei allen Aspekten der Stellensuche gilt: Im Umgang mit Online-Stellenbörsen sollte der Jobsuchende möglichst viel Eigenaktivität entfalten. Es empfiehlt sich auch hier, eine persönliche Strategie zu entwickeln und nicht wahllos beim erstbesten Karriereportal seine Daten zu hinterlegen. Als Bewerber sollte man sich bewusst Kriterien zurechtlegen, nach denen man sich für bestimmte Jobbörsen entscheidet. Empfehlenswert ist in jedem Fall, mehrere Angebote parallel zu nutzen - solange man aufpasst, dass man den Überblick nicht verliert. Veraltete Bewerbungsprofile oder das Versäumen einer Reaktion auf Kontaktaufnahmeversuche von Seiten eines Unternehmens sollte man vermeiden.

Zum Standardangebot der Jobvermittler im Internet gehört die Bereitstellung von Stellenanzeigen und die Möglichkeit für Bewerber, mehr oder weniger umfangreich ausgestattete Stellengesuche, Lebensläufe oder Bewerberprofile anzulegen. Meist läßt sich auch ein personalisiertes Suchprofil einrichten, anhand dessen einem neue Stellenausschreibungen per Email zugeschickt werden.

Einzelne Jobbörsen bieten zusätzliche Informationen und weiteren Service an, hier die wichtigsten Beispiele:

Um sicher zu gehen, mit seinem Stellengesuch und bei der Recherche nach Stellenanzeigen im richtigen Umfeld zu sein, kann man bei der Auswahl der Jobbörse auf ein paar spezielle Dinge achten. Viele Stellenbörsen - besonders größere - werben mit der Anzahl der Stellenangebote, die sich in der jeweiligen Datenbank finden lassen. Klar, dass eine hohe Zahl von Ausschreibungen die Trefferquote zumindest theoretisch erhöht. Doch wer sich beispielsweise als Geisteswissenschaftler in einer eher kaufmännisch oder IT-orientierten Umgebung auf Stellensuche begibt, wird dort wenig Erfolg haben. Oft bedarf es einiger Recherche, um herauszufinden, wie Branchen- oder Berufsgruppenorientiert einzelne Jobbörsen sind. Die Suche bei der richtigen spezialisierten Stellenbörse erhöht die Chance, die passende Stellenausschreibung zu finden.

Bei einigen Karriere-Portalen (zum Beispiel Stepstone und Monster.de) ist die Nutzung der Bewerberdatenbanken für die Unternehmen kostenpflichtig, hier werden die entsprechenden Unternehmen dann auch explizit genannt. Für Bewerber ist das interessant, weil man sich einen schnellen Überblick verschaffen kann, welche Firmen man mit seinem Profil in der entsprechenden Stellenbörse anspricht und wessen Stellenanzeigen man möglicherweise finden kann.