S C H U L E Ein Plädoyer für arbeitsweltbezogenen Unterricht
Eine notwendige Konsequenz aus PISA
In der Arbeitslehre können sich die Schüler mit den technischen,
ökonomischen, sozialen und ökologischen Handlungs- und
Bedingungszusammenhängen der Arbeitswelt auseinandersetzen. Die
Heranwachsenden sollen dabei grundlegende Kompetenzen wie
Problemlösungsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Kreativität
erwerben, die es ihnen ermöglichen, in Erwerbs-, Haus-, Freizeit-
und Bürgerarbeit verantwortlich und mitgestaltend tätig zu
sein.
Arbeitslehre ist das Praxisfach 'par excellence', wenn sie
Eine so gestaltete Arbeitslehre ist für eine umfassende Bildung
des Menschen unverzichtbar und zudem eine angemessene Antwort auf
den Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft. So fordern
insbesondere Arbeitgeber und Gewerkschaften auch ein entsprechendes
Pflichtfach in allen Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I und der
gymnasialen Oberstufe. In Deutschland ist Arbeitslehre als
verbindliches Angebot weitgehend auf die Haupt-, Gesamt- und
Sonderschule beschränkt. In der Realschule existiert sie - häufig
als Techniklehre - meist nur im Wahlpflichtbereich und im Gymnasium
reduziert sich die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf
die Arbeitswelt auf wirtschaftliche Aspekte, in der Regel im Rahmen
anderer Unterrichtsfächer wie Sozialkunde, Geografie oder
Geschichte.
Damit steht die Bundesrepublik wesentlich schlechter da als die
meisten anderen europäischen Länder. Dort hat der
arbeitsweltbezogene Unterricht zwar auch Mängel, er richtet sich in
den Gesamtschulsystemen aber an alle Schüler. Demgegenüber trägt
das deutsche Schulsystem durch die Existenz bzw. Nicht-Existenz der
Arbeitslehre zur Ungleichheit der Bildungschancen bei.
Zur Verbesserung der Arbeitslehre-Situation sind vor allem zwei Maßnahmenkomplexe notwendig:
Arbeitsorientierte Bildung voranbringen müssen zunächst die Politiker in den Bundesländern. Die Schulen können dafür ihre Spielräume nutzen, beispielsweise für 'Joint Ventures' mit der Wirtschaft. Die hier vorhandenen Ansätze müssen stärkere Verbreitung finden und sie sollten für die Weiterentwicklung arbeitsorientierter Bildung genutzt werden.
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